25.10. – 06.11. Peking und Shanghai

Hallo zusammen,

sind seit gestern in Hongkong und können das Internet nun wieder uneingeschränkt nutzen. Hier kommt „nun endlich“ mal der Bericht über unsere ersten Tage in China.

Hilfe war das kalt… Wurden gleich mal von 35 Grad auf 10-15 Grad runtergekühlt. Nachts ging es sogar auf fast null Grad runter und das alles mit einer Heizung die staatlich kontrolliert und immer erst am 15.11. zentral eingeschaltet wird. Brrrr… Na dann haben wir die warmen Schlafsäcke wenigstens nicht umsonst durch Indien geschleppt 🙂

Leider hat es Annika auch gleich mal für 2-3 Tage entschärft und sie lag mit Magenproblemen im Bett. Eigentlich hatten wir ja Angst, dass uns so was in Indien passieren würde… nun doch in China – verrückt. Unseren Aufenthalt in Peking haben wir dann um 2 Tage verlängert, damit wir uns doch noch etwas von der Stadt angucken konnten.

Wir besuchten den Tian‘anmen Platz, die verbotene Stadt, den Sommerpalast und die alten Hutong Viertel.

Am letzten Tag hatten wir uns ein Auto mit einem Guide gebucht, der uns zur großen Mauer bringen sollte. Wir starteten um 8 Uhr durch den dichten Pekinger Verkehr und waren ca. um 10 Uhr an der Mauer. Dann machten wir uns an den Aufstieg… Der Hammer!!! Megahohe Stufen und alle unterschiedlich und uneben – echt anstrengend. Insgesamt waren wir eine Stunde bis zum höchsten Punkt unterwegs und waren völlig fertig als wir oben ankamen. Der Weg wieder runter war aufgrund der Stufen auch sehr abenteuerlich aber der Ausblick war schon atemberaubend.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch die alten Ming Gräber besichtigt und wurden wieder mal in die üblichen Touristen-Einkaufs-Dinger gezerrt… Jade, Seide, Vasen alles was wir NICHT brauchen. Das einzig coole war der Besuch im Teehaus mit entsprechender Teezeremonie! Super leckerer Tee, da mussten wir dann doch mal zuschlagen 😉

Da unser gemietetes Auto auf der Hinfahrt eine Panne hatte, fuhren wir mit einem Taxi weiter… Besser gesagt es war ein fahrender Zoo 🙂 denn kurz nach dem Einsteigen zirpte es auch schon los und es stellte sich heraus, dass unser Fahrer ein paar Haustiere dabei hatte. Zwei große Grillen und ganz viele kleine Grillen und Käferviecher, die alle irgendwelche Geräusche machten… echt witzig. Natürlich waren alle in kleinen Boxen und Behältern verpackt und unterhielten sich lautstark miteinander 😉 Unser Guide erklärte uns dann, dies sei ein beliebtes Hobby der chinesischen Männer… Dann sei unser Fahrer den ganzen Tag nicht so allein im Taxi. Ein weiteres Hobby der Chinesen ist es zur Entspannung zwei Walnüsse unentwegt in der Hand kreisen zu lassen. Man kauft diese Nüsse immer als Paar und sie müssen zueinander passen (keine Ahnung in welcher Weise) und können sogar richtig teuer sein (bis zu 1.000,- Euro)!! Die sind echt verrückt die Chinesen. Es sieht aber schon cool aus, denn nach einer Weile nehmen die Nüsse die Farbe von Bernstein an.

Am Abend gab es dann noch eine Pekingente. Allerdings war das nicht ganz so unser Geschmack. Hauptsächlich isst man die fettige Haut (mit einem Hauch von Fleisch dran) und rollt diese mit Gemüse und einer Soße in einen dünnen Fladen und ab damit in den Mund…

Am 02.11. ging es dann weiter Richtung Shanghai (10 Stunden Zugfahrt). Der riesige Bahnhof in Peking wirkte auf uns wie ein Flughafen mit seinem Check-in Bereich und der Gepäckkontrolle. Auf die Gleise darf man hier übrigens auch erst kurz vor Eintreffen oder Abfahrt des Zuges da es üblich ist, dass andere Züge mit ca. 250 – 300 km/h durch den Bahnhof ballern. Außerdem sind die Bahnsteige und Gleise wie geleckt, man sieht kein Stück Papier oder Müll rumliegen. Ein krasser Unterschied vor allem zu Indien aber auch zu Berlin.

In Shanghai angekommen bezogen wir dann nur noch unser Hostel und ab ins Bett. Am Samstag den 03.11. waren wir in der French Concession mit einer alten Kollegin von Mike aus guten alten Lausitzer Rundschau Zeiten brunchen – sie hat hier 3 Monate bei adidas gearbeitet. Eine super Gelegenheit mal wieder lecker dunkles Brot mit Walnüssen zu genießen und einfach mal nett zu plaudern.

Ansonsten haben wir uns in 3 Tagen einen guten Eindruck von Shanghai verschaffen können. Mit 19 Millionen Einwohnern, einer hochmodernen Infrastruktur und Architektur sowie einer riesigen Konsumwelt, passt diese Megametropole so gar nicht in das sozialistisch / kommunistische Bild, welches wir von China hatten. Auch vom gleichzeitig in Peking stattfindenden Parteitag der kommunistischen Partei war hier in Shanghai nichts zu merken. Über das Fernsehen wurde uns zwar weißgemacht, dass das ganze Volk pflichtbewusst vor der Glotze sitzt und der Parteiführung zuhört. Nicht so in Shanghai…

In Peking dagegen waren viel mehr Polizei und freiwillige Ordnungshüter mit Trillerpfeife auf den Straßen unterwegs, die für einen reibungslosen Ablauf des Parteitags sorgen sollten.

Hier mal ein Bericht dazu…

http://tagesschau.de/ausland/pekingparteitag100.html

… und natürlich ein paar fotografische Eindrücke.

China

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