14.02. – 27.02. über 1 Millionen Fliegen, 5.500 Kilometer durch’s Outback, 40 Grad im Schatten, Ayers Rock und Sydney
lehnt euch entspannt zurück, denn heute dauert es ein wenig länger 🙂
14.2.2013 Donnerstag
Nach 3 entspannten Tagen in Melbourne mit ausschlafen, auf der Dachterasse abhängen und ein wenig Sightseeing, ging es am Donnerstag wieder vollgepackt (mit tollen Sachen die das Leben schöner machen ;)) zur nächsten Travellers Autobarn Filliale. Dort wartete schon sehnsüchtig unser nächster Campervan auf uns. Leider war dieser in einem noch schlechteren Zustand als unser erster… Wenn einer von euch den Plan haben sollte durch Australien mit dem Camper zu reisen… Nehmt nicht Travellers Autobarn! Es ist natürlich einer der billigsten Anbieter, aber die Autos haben schon echt viel durch und sind ziemlich veraltet (die haben mindestens 500.000 km auf der Uhr). Alles klappert und wackelt und die Windschutzscheibe war nur so von Steinschlägen mit Sicherungsaufklebern übersäht… Frage: Ähm, geht das denn noch so? Antwort: ja klar macht euch mal keinen Kopf das ist schon ok, Hauptsache der Fahrer kann noch was sehen…
Also starteten wir erst einmal Richtung Great Ocean Road. Vorher noch kurz in die Aldi-Filiale geflitzt und endlich mal zu etwas günstigeren Preisen eingekauft und schon waren wir wieder „on the Road“.
Die Great Ocean Road ist schon echt sehenswert. Die Straße windet sich in Serpentinen an der Küste entlang und nach jeder weiteren Kurve eröffneten sich uns neue spektakuläre Ausblicke. Besonders beeindruckend sind aber die Felsformationen der 12 Apostel. Hier kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang an und genossen den Ausblick. Es gibt leider nicht mehr 12 Apostel, da schon einige der Formationen kollabiert und in sich zusammen gefallen sind.
15.2.2013 Freitag
Nach einem guten Frühstück machten wir noch eine kleine Wanderung am Strand entlang und schauten uns die Apostel auch noch einmal am Tage an. Dann ging es weiter die Küste entlang, wo noch einige weitere Naturwunder auf uns warteten.
Ab dann wurde unsere Reise wieder mal etwas stressiger… Denn wir entschieden uns auf jeden Fall noch zum Ayers Rock zu fahren! Mike war zwar schon einmal da, aber diesen riesigen Monolithen mitten im Outback wollte auch Annika unbedingt sehen und laut Mike ist er auch einen zweiten Besuch wert 😉 Problem oder eher Herausforderung war: im Sommer ist es dort eigentlich viel zu heiß… Mit über 40 Grad im Schatten, Millionen von Fliegen, extremen Entfernungen (2.500 km Anfahrt) und wir haben nur wenig Zeit da wir den Camper am 27.2. wieder in Sydney abgeben müssen und es bis dahin auch noch 3.000 Kilometer sind… Aber wer nicht wagt der nicht gewinnt und los ging es!
Wir schafften es an dem Tag noch bis an die Bundesgrenze von Victoria. Dort erwartete uns ein Warnschild und eine Quarantänebox! Man darf nämlich kein frisches Obst oder Gemüse in den Bundesstaat South Australia einführen, da man befürchtest, dass dadurch irgendwelche Krankheiten oder Fruchtfliegen eingeschleppt werden. Mist, daran haben wir gar nicht gedacht und in unserem Aldi-Wahn gleich mehr Obst und Gemüse gekauft, was nun? Alles wegschmeißen? Zu schade… Einfach weiterfahren? Zu teuer, wenn sie uns erwischen… Also soviel davon essen wie möglich 🙂 da es eh schon spät war, suchten wir uns eine Restarea in der Nähe der Grenze und es gab dann Spaghetti mit gaaanz viel Gemüse und einem Tropfen Tomatensoße… Als Nachtisch dazu Obst!
16.2.2013 Samstag
Zum Frühstück gab es, na? Genau, Obst mit etwas Müsli… Wir hatten dann zwar immer noch ein paar Sachen übrig, die landeten dann zähneknirschend doch noch in der Quarantänebox.
Ärgerlich war dann aber, dass uns nicht mal einer kontrolliert hat…!! Sauerei!!
Unser heutiges Tagesziel war Port Augusta (800 km), wo wir am Abend ziemlich kaputt ankamen. Schnell noch was essen und dann erstmal schlafen.
17.2. Sonntag
Port Augusta meinte es nicht gut mit uns… Wir hatten uns am Abend einfach an den Hafen gestellt und dort übernachtet, da es hier auch eine öffentliche Toilette gab. Leider war diese am morgen abgeschlossen… Sch…! Also auf zur nächsten Raststätte, da es noch dunkel war mit Licht… Dort angekommen gab es dann erst einmal Frühstück. Ein netter Herr wieß uns noch darauf hin, dass wir immer noch das Licht anhätten… Leider zu spät, denn unser Motor sprang nicht mehr an! Was für ein morgen…
Gott sei dank hatte der Herr in seinem Jeep alles zum überleben dabei, so auch eine Ersatzbatterie mit Überbrückungskabel um uns Starthilfe zu geben. Danach wurde der Motor nicht mehr ausgemacht und wir fuhren 540 km bis nach Coober Pedy durch 😉
Hier ist die Landschaft ziemlich durchlöchert… Denn alle suchen nach Opalen. Wo man hinschaut Gruben, Sandhaufen, Minen und überall Schächte. Hier muss man ganz schön aufpassen wo man hintritt. Da es hier auch unerträglich heiß ist, wohnen die Menschen meistens unter der Erde. Die Wohnungen werden einfach in das Gestein gearbeitet und wenn man dabei gleich noch ein paar Opale findet ist der Hausbaukredit gleich abbezahlt, he he!
18.2. Montag
Die Besichtigung des Ortes hoben wir uns für den Rückweg auf, erst einmal wollten wir zum Ayers Rock. Ganz früh brachen wir auf und fuhren 750 Kilometer bis zu unserem Ziel. Da in Northern Territory noch die Uhr um eine Stunde zurück gestellt wurde, hatten wir gleich noch etwas länger Zeit. Noch 2 Dinge sind im Northern Territory anders: zum einen werden die Zapfsäulen an der Tankstelle des Öfteren abgeschlossen und zum anderen gibt es hier Opal Benzin. Hintergrund ist der, dass einige Aborigines gerne mal Benzin klauen und das Benzin aus Langeweile zum schnüffeln benutzen. Opal Benzin ist aber geruchlos und somit bringt das ganze nix.
So eine lange Autofahrt kann auch schon mal etwas langweilig werden…
Im letzten Camper hatten wir wenigstens noch ein Radio mit AUX-Anschluss und konnten so übers iPhone Musik hören, aber nun hatten wir lediglich ein Kassetten Radio (ja ihr habt richtig gelesen Kassettenradio! wie zeitgemäß…) Es gibt natürlich kaum Radioempfang im Busch und unsere Benjamin Blümchen und David Hasselhoff Kassetten haben wir in Deutschland vergessen 😉
Da wurde dann „ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt, was sich leider aufgrund der kargen Vegetation schon nach 3 Minuten erschöpfte… Oder es wurden neue Spiele erfunden wie „wer grüßt wen“, wo man raten musste ob der Fahrer des entgegenkommenden Autos grüßt oder nicht. Manchmal war es aber auch einfach mal ne Weile ruhig im Auto und jeder genoss in Gedanken versunken die Weite. Diese langen Fahrten waren auch super geeignet um unsere bisherige Reise mal Revue passieren zu lassen… Denn man erlebt und sieht jeden Tag so viel, dass man die ersten Monate schon fast etwas verdrängt hat, um wieder Platz für neue Eindrücke und Erlebnisse zu schaffen.
Außerdem plant man hier eine Reise in Tagen und nicht wie in Deutschland in Stunden. Bei den gewaltigen Entfernungen ist das aber auch kein Wunder!
Da bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit war, besuchten wir erst einmal die Olgas. Wir machten eine kleine Wanderung, doch die Hitze und die Fliegen waren immer noch unerträglich… Obwohl es schon nach 17 Uhr war! Den Sonnenuntergang schauten wir uns dann am Ayers Rock an… Einfach wunderschön.
19.2. Dienstag
Heute hieß es ganz früh aufstehen, um uns auch noch den Sonnenaufgang anzusehen. Es ist echt beeindruckend zu sehen wie die Sonne langsam aufsteigt und der riesige Fels sich für einige Momente rötlich einfärbt.
Da am morgen die Temperaturen noch erträglich sind begaben wir uns noch auf eine Umrundungswanderung. Gegen 10uhr wurde es aber schon wieder so heiß, dass wir dann froh waren wieder ins Auto zu steigen und die Klimaanlage anzumachen. Wir besuchten noch das Aborigine Center und informierten uns über ihr Leben hier im Outback und ihre Kultur. Da man bei der Hitze hier kaum was machen kann und es nur mit Klimaanlage erträgt, traten wir kurzerhand den Rückweg an…
Diese riesigen Roadtrains auf denn Straßen sind echt krass! Die haben bis zu 3 Anhänger und sind dann über 50m lang. Besonders nachts denkt man es ist Weihnachten… Und der Coca Cola Truck ist in der Stadt!
20.2. Mittwoch
Auf der Rücktour hielten wir noch einmal in Coober Pedy und besuchten das Opal Museum und die Kirche. Alles nur in den Stein gehauen, aber dadurch herrschen darin das ganze Jahr über angenehme Temperaturen. Hier wurden wir dann auch zum ersten mal richtig mit den Problemen die man hier mit einigen Aborigines hat konfrontiert… In der ganzen Stadt saßen sie herum, waren teilweise total betrunken (am Vormittag) und brüllten sich gegenseitig an. Leider fast ein wenig angsteinflößend.
Am Abend bezogen wir unser Nachtlager wieder in Port Augusta. Aber auch diesmal war uns dieser Ort nicht wohl gesonnen… Diesmal hatte sich eine giftige Redback Spinne genau die einzige Damen Toilette als Heim ausgesucht… Na Super, irgendwas ist ja immer!
21.2. Donnerstag
Unser Weg führte uns am morgen erst einmal in die Bibliothek, um mal wieder Kontakt mit dem anderen Ende der Welt aufzunehmen. 😉 danach gab es lecker Seafood und dann brachen wir in Richtung Sydney auf. Immer noch 1.500 km Fahrt vor uns 😦
22.2. Freitag
Unvorstellbares ist passiert: es hat heute Nacht geregnet! Der erste Regen den wir hier in Australien erleben.
Unser Camper macht seit einiger Zeit so komische Geräusche beim lenken und langsamen fahren, so dass wir uns heute früh mal dazu entschieden haben bei der Road Side Assistance anzurufen. Die kamen gleich raus und lotsten uns in Mildura in die Werkstatt. Schnell wurde der Fehler gefunden. Irgendwelche Kugellager seien wohl total runter und das muss repariert werden… Na toll, also verbrachten wir den ganzen Tag in der Werkstatt mit warten. So ganz reparieren konnten die es aber auch nicht da ein Teil erst ab Montag verfügbar ist. Bis Sydney kommen wir allerdings wohl erstmal… Das wäre ja noch schöner hier das ganze Wochenende zu verbringen… Wollen doch so schnell wie möglich nach Sydney um dort noch was zu erleben.
23.02. Samstag
Es ging also mit einem nur zur Hälfte reparierten Auto weiter und natürlich waren die Geräusche weiterhin vorhanden. Heute stand wiedermal nur fahren auf dem Tagesplan und wir schafften es bis 300 km vor Sydney.
24.02. Sonntag
Das Wetter wird jetzt immer wechselhafter, denn es regnet andauernd. Im Radio hörten wir das es nördlich von Sydney einige Überschwemmungen gibt. Nach dem ausschlafen ging es in den Royal Nationalpark, dem wohl zweitältesten der Welt nach dem Yellowstone Nationalpark in den USA. Allerdings konnten wir uns auch hier nicht alles ansehen, natürlich wegen Überschwemmungen 😦 und die Geräusche am Auto werden immer nerviger…
25.02. Montag
Wir haben keine Lust mehr mit diesem Camper weiterzufahren und rufen bei Travellers Autobarn an. Die 5.000 km sind eh rum also müssen wir uns melden. Wir schildern unser Problem und schlagen vor, dass wir den Camper einen Tag früher als geplant abgeben. Außerdem wollen wir unser Geld zurück für den verplemperten Tag in der Werkstatt und dafür, dass wir das Auto eher abgeben. Und siehe da, der gute Mann am anderen Ende des Hörers willigt sofort ein. Na geht doch 🙂
Nachdem das geklärt war machten wir uns auf zu den Blue Mountains, welche ca. 50 km westlich von Sydney liegen. Dort angekommen überkam uns plötzlich die Müdigkeit und wir entschlossen uns zu einem kleinen Mittagsschläfchen. Keine schlechte Idee, denn plötzlich setzte ein Gewitter ein und es regnete über 2 Stunden wie aus Eimern. Nachdem der Spuck vorbei war entschlossen wir uns zu einer kleinen Wanderung zum Wenthworth Wasserfall.
Auf dem Weg dorthin machten wir an einem Aussichtspunkt halt und genossen das Panorama. Ein Wahnsinns Ausblick, denn durch den vorherigen Regen sprudelten aus allen möglichen Felsspalten kleine Wasserfälle und das Tal lag im Nebel.
Als wir uns danach dem eigentlichen Wasserfall näherten standen dort schon einige Polizeiautos und es herrschte hektisches Treiben. Was war passiert? Ein Wanderer hat vor dem einsetzen des Regens das Flussbett überquert und saß nun auf der anderen Seite des Tals fest. Nach dem Regen hat sich der Wasserlauf zu einem reißenden Fluss verwandelt und eine Rückkehr war unmöglich. Ein Hubschrauber kreiste auch schon über uns und hielt Ausschau nach noch mehr eingeschlossenen Wanderern. Der Park wurde dann auch geschlossen und von der Polizei geräumt. Unser Glück war allerdings, dass wir somit den Wasserfall bestaunen konnten, welcher ohne vorherigen Regen wohl nicht so gewaltig gewesen wäre. Was aus dem Armen von der Außenwelt abgeschlossen Wanderer geworden ist, wissen wir leider nicht.
Vor Einbruch der Dunkelheit haben wir noch einen weiteren Aussichtspunkt besucht und uns dann eine Übernachtungsmöglichkeit kurz vor Sydney gesucht.
26.02. Dienstag
Wir sind jetzt wieder zu Fuß unterwegs. Am morgen gaben wir unseren Camper ab und bezogen danach ein Zimmer im Zentrum von Sydney. Der einzige Luxus bestand hierbei darin, dass wir nach ca. 2 Monaten mal wieder ein Zimmer mit eigenem Bad hatten. Ansonsten war die Bude ziemlich runtergekommen.
Nach einem kurzen Nickerchen ging es dann zur Oper und zur Harbour Bridge. Als es langsam dämmerte haben wir die Brücke noch überquert und von der anderen Seite den tollen Ausblick auf die City genossen.
27.02. Mittwoch
Mittlerweile sind wir ziemlich genervt davon, hier in Australien ein Haufen Geld für solche abgeranzten Unterkünfte zu bezahlen…. Da waren die Unterkünfte in Indien, Kambodscha oder Thailand teilweise sauberer und die Menschen viel freundlicher zu uns als hier. Vom Preis ganz zu schweigen…
Erwähnenswert ist das super leckere „light breakfast“ welches nur aus Toastbrot und Cafépulver bestand. Als Mike an der Rezeption fragte, wo denn die Milch, die Cornflakes und die Marmelade wären, kam als Antwort: „ach das haben wohl ein paar andere Backpacker geklaut aber „no worries“ wir gehen bald mal los und kaufen euch was neues.“ Wir hatten aber keine Lust ewig zu warten und haben ja Gott sei dank unser Nutella Glas mit dabei und auch ein wenig Obst. Als wir über eine Stunde später das Hostel verließen und kurz in die Küche schauten, war immer noch nix da! Nicht zu fassen und dafür zahlt man 80,- AU$ pro Nacht (das war die billigste Unterkunft in ganz Sydney)!!!
Heute stand nicht mehr viel auf dem Plan. Wir haben uns ganz entspannt das Sea Life Aquarium angeschaut. Abends waren wir noch Sushi essen und haben im Pub ein letztes Bier und nen Apfelwein auf australischen Boden genossen.
Tschüß Australien…































































