01.03. – 15.03. Südinsel Teil 1
Christchurch ist ein ziemlich überschaubares Städtchen, welches 2011 durch ein Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der gesamte Stadtkern ist noch immer gesperrt und gleicht nun mehr einer Geisterstadt. Unser Hostel befand sich im Stadtteil New Brighton direkt am Meer. Am Tage wirkte hier alles sehr gemütlich und verschlafen doch in der zweiten Nacht entpuppte es sich als sozialer Brennpunkt. Es zog eine Horde Jugendlicher durch die Straßen und demolierte alles was ihnen im Weg stand. Es dauerte auch nicht lange bis die Polizei eintraf und es zu einer Verfolgungsjagd kam. Und das alles direkt vor unserem Fenster, quasi mittendrin statt nur dabei 😉
Am Samstag den 02.03. holten wir unseren Camper ab. Diesmal heißt der Verein „happy campers“ doch leider ist der Name mal wieder nicht unbedingt Programm! Wir konnten erst mit einer Verspätung starten, da der Kühlschrank noch repariert werden mußte…
Hier mal ein Foto von unseren Schäden am Auto bei der Abholung 😉 erinnert so ein bisschen an malen nach Zahlen…
Am Nachmittag ging es dann endlich los und unser erstes Ziel war die „Banks Penninsula“, eine Halbinsel in der Nähe von Christchurch, welche durch Vulkane entstanden ist. Dort verbrachten wir das Wochenende und waren etwas erschrocken über den Wetterumschwung, denn es wurde plötzlich extrem kalt. Kurzerhand zogen wir also so ziemlich alles an was sich im Rucksack befand. Bei der Gelegenheit stellten wir gleich mal fest, dass die Lüftung im Auto nicht funktionierte und wir weder heizen noch kühlen konnten. Der angeblich reparierte Kühlschrank hatte über Nacht auch seinen Geist aufgegeben und wir hörten mal wieder so ne komischen Rollgeräusche beim fahren – da waren wir ganz schön „happy“…
Also fuhren wir am Montag schnurstracks zurück nach Christchurch in die Werkstatt. Nach 3 Stunden ging die Lüftung wieder, das Rollgeräusch konnte nicht identifiziert werden und der Kühlschrank war nun repariert und angeblich „perfekt“ eingestellt. Nachdem das endlich geklärt war, wollten wir nur noch raus aus der Stadt und fuhren bis Peel Forest. Hier machten wir am nächsten Tag eine Wanderung zu den Big Trees, welche 1.000 Jahre alt sind und fast 9m Umfang haben. Anschließend ging es noch durch einen Märchenwald zu einem Wasserfall wobei wir die ganze Zeit von kleinen frechen „fantail“ Vögeln begleitet bzw. verfolgt wurden. Nachdem auch diese Nacht wiedermal sehr kalt war klarte es gegen Mittag endlich auf und es war wieder kurze Hosen Wetter 🙂
Nach einer gemütlichen Mittagspause bei herrlichem Sonnenschein ging die Fahrt weiter zum Lake Tekapo. Einem türkisen See inmitten einer sanften Hügellandschaft. Was für ein Anblick! Übernachtet haben wir auf einer Bergkuppe und genossen von dort den Sonnenuntergang mit Panoramablick und nem Gläschen Rotwein. Wir fühlten uns wie auf der Titelseite des Sportscheck Katalogs 😉
Lediglich das Abendessen trübte die Stimmung, denn sämtliche Lebensmittel waren schockgefroren. Soviel zum Thema, der Kühlschrank ist jetzt perfekt eingestellt 😦 leider kennt das tolle Gerät anscheinend nur zwei Zustände: „eis“kalt oder ausgeschaltet…
Am nächsten morgen bestiegen wir den Mount John, um uns den See und die in der Ferne liegenden Alpen aus der Vogelperspektive anzuschauen. Man war das stürmisch da oben aber der Ausblick dafür um so schöner.
Danach fuhren wir weiter Richtung Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Hierbei kamen wir am Lake Pukaki vorbei, welcher durch das Schmelzwasser der Gletscher gespeist wird. An der am höchsten gelegenen Lachsfarm der Welt legten wir eine Pause ein und genossen frischen Lachs. Hmm war das lecker…
Am Mount Cook angekommen holten wir uns noch ein paar Infos über die verschiedenen Wanderrouten ein und ließen den Tag gemütlich auf dem Campingplatz ausklingen mit Blick auf die Über 3.000m hohen schneebedeckten Berge.
Am 7.3. war Sport angesagt. Wir wanderten eigentlich den ganzen Tag umher und konnten uns nicht sattsehen. Es ging auch zum größten Gletscher Neuseelands, dem Tasman Gletscher. Eigentlich hätten wir dort gar nicht hin gedurft, da die Zufahrt über eine 8km lange Schotterpiste führt und wir mit unserem Camper solche Straßen meiden sollen. Aber das interessiert uns schon seit Australien nicht mehr, da die Autos sowieso fast auseinander fallen und andere mit ihren gemieteten Autos auch dort lang fahren. Außerdem „no risk, no fun“… Augen zu und durch.
Von den Bergen ging unsere weitere Reise wieder an die Ostküste, welche wir in Richtung Süden entlangfuhren. Zunächst schauten wir uns die Moeraki Boulders an. Das sind runde Steine die einfach so wie durch Geisterhand scheinbar am Strand abgelegt wurden. Echt komische Dinge gibt es manchmal.
Nachdem wir in den Bergen super Wetter hatten, wurde es ab sofort wieder ganz schön kalt und regnerisch. Bevor wir die Nacht auf einem Campingplatz verbrachten gab uns das Schweizer Betreiber Pärchen noch einen tollen Tipp um Gelbaugen-Pinguine, Robben und Seelöwen zu sehen. Also sind wir vor Sonnenuntergang nochmal losgefahren an einen abgelegenen Strandabschnitt und hatten Glück. Alle waren sie da. Die Robben und Seelöwen lagen faul auf den Felsen rum und schliefen und die Pinguine standen meist vor ihrem Bau und guckten in der Gegend rum oder watschelten gerade aus dem Wasser nach einem anstrengenden Tag im Meer.
Samstag den 9.3. ging es weiter über Dunedin zur Otago Halbinsel. Hier soll man nämlich Albatrosse und blaue Pinguine (mit ca. 20-25cm die kleinsten der Welt) zu Gesicht bekommen. Auf der Insel angekommen erwartete uns ein Albatrossschutzgebiet, welches für 40$ pro Nase Tickets verkaufte. Nee danke dachten wir uns und liefen einfach so an der Küste entlang und siehe da die Albatrosse zeigten sich uns auch so!
Auf dem gegenüberliegenden Strand sollten dann die blauen Pinguine nach Sonnenuntergang an Land kommen. Jedoch verscheuchte man uns auch dort, denn wiedermal waren 20$ für jeden fällig und wer kein Ticket hatte durfte gehen. Naja dachten wir uns eigentlich hatten wir ja am Vortag schon welche gesehen und zwar kostenlos. Wir versuchten dann noch welche von der Klippe aus mit dem Fernglas zu erspähen aber leider ohne Erfolg.
Den Sonntag ließen wir ganz entspannt angehen und fuhren zurück nach Dunedin. In der Bibliothek nutzten wir mal wieder das Internet und schlenderten danach ein wenig durch die Straßen. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem langen Strandspaziergang und fanden mehrere große Paua Muscheln. Da haben wir uns gefreut wie die Schneekönige, denn die haben wir in den Souvenirladen schon des Öfteren gesehen und uns überlegt eine zu kaufen. Hier ein Beweisfoto…
Irgendwie sind wir momentan ziemlich entspannt. Wir schlafen keine Nacht weniger als 9-10 Stunden und kommen früh vor 10 Uhr nicht los. Das Tolle daran: es stört keinen 😉 Also sind wir am späten Vormittag nochmal zum Strand in der Hoffnung, dass die Flut wieder ein paar Paua Muscheln angespült hat. Leider war dem nicht so, aber es kommen ja noch ein paar Strände.
Es ging weiter die Küste entlang nach Waikawa an die Porpoise Bay. Wir fanden einen urigen Campingplatz mitten auf den Klippen und schlugen dort am späten Nachmittag bereits unser Lager auf, um uns auch mal wieder mit Wäsche waschen und so nem Kram zu beschäftigen. Überall warnten Schilder davor, dass man diesen Campingplatz mit Seelöwen teilen muss. Leider entdeckten wir während unseres Aufenthalts kein einziges Exemplar… Weder am Strand noch auf dem Platz war einer zu entdecken.
Hier gab es auch noch Hektor Delphine und wieder Pinguine zu bestaunen. Delphine haben wir leider keine getroffen, aber am Abend konnten wir wieder die Gelbaugen-Pinguine beim Landgang beobachten. Jetzt befinden wir uns fast am südlichsten Zipfel Neuseelands und danach kommt nur noch die Antarktis… Das merken wir auch, denn die Temperaturen nachts sind schon fast antarktisch kalt brrr!!
Dann verabschiedeten wir uns von der Südküste und machten uns am Dienstag auf den Weg ins Fjordland zum Milford Sound.
Der Kälte kehrten wir den Rücken und die Sonne schien uns nun wieder ins Gesicht. Unser Ziel war die kleine Stadt Te Anau von wo aus sich die Straße über 119km zum legendären Milford Sound schlängelt. Hier tankten wir noch einmal und füllten unsere Lebensmittelvorräte auf, um für die nächsten Tage ausgerüstet zu sein.
Entlang der Strecke findet man kleine Campingplätze an Bergseen oder Flüssen, auf denen man sich selbst registrieren muss und 6$ pro Nase in eine Kasse des Vertrauens befördert. Unsere Übernachtungsmöglichkeit für die nächsten Tage. Da es bereits entlang der Straße viele Naturwunder zu bestaunen gibt haben wir uns Zeit gelassen und mehrere kleine und größere Wanderungen unternommen und das bei herrlichem Wetter.
Tja und am Donnerstag war es dann soweit, wir wollten uns den Fjord vom Boot aus ansehen aber das Wetter wollte scheinbar nicht so wie wir. Als wir früh aufwachten sah noch alles schick aus aber als wir losfuhren und uns zunächst die Serpentinen hochquälten, standen wir plötzlich mitten in den Wolken und es regnete. Na toll warum ausgerechnet heute!?
An der höchsten Stelle des Passes angekommen erwartete uns der über 1km lange Homer Tunnel, welcher uns auf die andere Seite des Berges bringen sollte. Da sah aber das Wetter leider nicht besser aus, sondern fast noch schlimmer. Hmm dachten wir uns was nun? Also sind wir erstmal in die Touristeninfo, um den Wetterbericht zu erfahren. Leider sah dieser für die nächsten Tage noch schlechter aus… Komischerweise hatte wohl der Wettergott ein Auge auf uns beide geworfen und unsere betröppelten Gesichter gesehen, denn plötzlich ging die Wolkendecke auf und ein Sonnenstrahl lugte hervor. Kurzerhand schrieben wir uns für die 12.30 Uhr Tour ein, denn welch andere Chance hätten wir gehabt. Der Oberknaller war noch, dass wir unter den vielen Anbietern den billigsten gefunden hatten und das Boot obendrein fast leer war. Wir standen 2 Stunden am Bug, ließen uns den Wind um die Nase wehen und genossen diese gewaltige Natur – einfach wunderschön!
Heute am 15.03. sind wir in Queenstown gelandet, einer kleinen quirligen Stadt in der angeblich das Bungee Jumping erfunden wurde.











































Was für waaahnsinns Landschaft!!! Fehlt nur noch, dass Frodo auf seinem Pony um die Ecke geritten kommt 😉
Mensch Anja seit wann hat Frodo ein Pony? Wenn schon dann kommt er zu Fuß um die Ecke geschlichen. Bisher versteckt er sich aber noch…
hach, da werden erinnerungen wach! schön! dann könnt ihr bestimmt bald nen souvenirshop mit nem breitgefächerten muschelangebot eröffnen! und immer auf die geschwindigkeit achten…die haben da keine toleranz…nich ma bei 2km/h drüber!
Menno! Aber ins Auenland kommen die immerhin schon aufm Pony zurück geritten…so!