5.8. – 1.9.2019 von Südwestschweden bis nach Österreich und zurück nach Hause

Hallöchen mal wieder aus Deutschland ☺️

Wir sind mittlerweile seit Anfang September wieder zu Hause und der Alltag hat uns schneller eingeholt als wir gucken konnten 🙈

Hier kommt nun aber doch noch unser verspäteter Bericht über die letzten Wochen unserer Reise:

Die Westküste zeigte uns noch einmal ein ganz anderes Schweden, als wir es vorher erlebt hatten. Umso südlicher wir kamen, desto mehr fühlte man sich gar nicht mehr wie in Schweden. Auf Grund der Ferien in Deutschland und Schweden, war auch ziemlich viel los. Also das komplette Kontrastprogramm zur Ruhe und Einsamkeit der vielen Wochen zuvor.

An der Westküste, also südlich der norwegischen Grenze bis etwa auf die Höhe von Göteborg befinden sich wieder sogenannte Schären, wie wir sie auch schon an der Ostküste bei Stockholm gesehen hatten.

Unser erster Stop an der Küste war Strömstad, die letzte Stadt vor der norwegischen Grenze und es war schon sehr schön mal wieder das Meer zu sehen 🌊 Um dem Trubel etwas zu entgehen fuhren wir gegen Nachmittag nach Blomsholm zu einer weiteren Schiffssetzung. Diese war zwar kleiner als die bei Kåseberga, welche wir gleich am Anfang unserer Reise besucht hatten aber dafür gab es hier in der näheren Umgebung noch weitere Grabhügel zu entdecken. Hier blieben wir über Nacht und konnten so noch einen schönen Abendspaziergang durch die Anlage machen.

Am nächsten Tag verbrachten wir den ganzen Tag am Meer mit Krebsen angeln und wieder frei lassen. Leider gab es sehr viele Feuerquallen die überall an die Strände und in die Buchten gespült wurden, daher konnten bzw. wollten wir nicht Baden gehen. Felix hatte aber trotzdem seinen Spaß.

Zum Mittag taten wir es den Schweden gleich und holten uns an der Fischtheke eine schöne Portion Shrimps und pulten uns diese am Strand… Mh lecker 🦐😜

Der nächste Tag führte uns nach Vitlycke zu den Felsritzungen von Tanum. Die Ritzungen sind etwa 3.000 Jahre alt und stammen somit aus der Bronzezeit. Die Felsritzungen sind die figurenreichsten und größten in ganz Schweden und geben Aufschluss über das religiöse und kulturelle Leben dieser Zeit. Als diese Ritzungen erschaffen wurden lagen sie direkt am Meeresufer. Heute liegen Sie allerdings schon ca. 30 Meter über dem Meeresspiegel auf Grund der Landhebung.

Am Abend fanden wir per Zufall auf der Suche nach einem Stellplatz noch einige Felszeichnungen, welche wir am darauffolgenden Morgen besuchten. Weiter ging es über Fjällbacka nach Smögen. Sehr niedliche und schöne Fischer- bzw. Badeorte findet man hier, welche aber zu dieser Zeit völlig überlaufen waren. Hier sollte man eher in der Nebensaison vorbeischauen. In Smögen gibt es die niedlichen bunten Fischerhütten, welche Annika natürlich gern fotografieren wollte. Es stellte sich allerdings als kleine Herausforderung heraus, da man bei so viele Menschen lange warten muss, um mal ein Foto ohne die Massen zu bekommen 😅

Es ging weiter an Göteborg vorbei in die Region von Halmstadt. Da wir die ganze Zeit hier in Schweden immer noch keinen einzigen Elch in freier Wildbahn gesichtet hatten, machten wir am Abend noch eine kleine Elchsafari 😂 Hier in der Gegend hatten wir vor 10 Jahren unseren ersten Elch gesichtet und das nahmen wir als gutes Omen. Der abendliche Weg führte uns nach Knäred und Porsabygget und siehe da plötzlich stand eine Elchkuh mit zwei Jungen auf der Straße 😍 Da war die Begeisterung und Freude natürlich riesengroß. Glücklich und zufrieden fuhren wir zurück in die Zivilisation, suchten uns einen Stellplatz und fielen alle hundemüde ins Bettchen.

Da es hier an den Stränden keine Feuerquallen mehr gab, verbrachten wir den nächsten Tag am Melby Strand. Hier kann man direkt mit dem Wohnmobil auf den Strand fahren und sogar über Nacht stehen, was wir natürlich machten😉 Leider leierte am Morgen die Batterie nur noch und wir kamen nicht vom Strand weg. Zum Glück standen noch andere Wohnmobile hier, welche uns Starthilfe gaben und uns mit einem dankbaren Gefühl weiterfahren ließen.

Wir besuchten noch den Kullaberg Nationalpark bei Höganäs, aber irgendwie hatten wir langsam genug von Nationalparks und fuhren Richtung Helsingborg am Öresund. Hier wollten wir mit der Autofähre nach Dänemark übersetzen. Doch leider startete am Morgen trotz über Nacht abgeklemmter Batterie der Motor schon wieder nicht. Diesmal standen wir aber so einsam und abgeschieden, dass wir keine Starthilfe ausfindig machen konnten und dann doch den ADAC anriefen.

Der ließ sich ganze 5 Stunden Zeit und in der Zwischenzeit erwischte uns noch ein ziemlich heftiger Sturm mit massivem Regen, der von der dänischen Küste über die Meerenge zog. Als alles überstanden war kam dann auch endlich Hilfe und wir erhielten zum Glück (Samstag Nachmittag um 15 Uhr 🙈) noch eine neue Batterie. Glück im Unglück…

Am nächsten Morgen ging es schnurstracks auf die Fähre und ehe wir uns versahen, waren wir schon in Dänemark. Das ging uns dann ehrlich gesagt doch irgendwie alles bissel zu schnell, da wir doch die letzten Wochen alles eher gemütlich angegangen sind.

Die Nacht verbrachten wir an einem bereits bekannten Stellplatz bei Kopenhagen, waren nochmal in der Ostsee baden und fuhren am nächsten Tag zu den Steilküsten von Stevns Klint auf dem dänischen Seeland. Die Felsen bildeten sich vor ca. 65 Millionen Jahren als das heutige Dänemark noch komplett von Wasser bedeckt war. Zwischen den Gesteinsschichten befindet sich eine Lage sogenannten Fischtons, welche 1978 den Beweis lieferte, dass ein Asteroideinschlag für das Massensterben der Dinosaurier verantwortlich war. Außerdem nagt das Meer ständig an dieser Küste, was man eindrucksvoll in Højerup erkennen kann. Hier wurde im 13. Jahrhundert eine Kirche erbaut, welche 1928 durch starke Erosionen ihren Kirchenchor und Teile des Friedhofs ans Meer verlor.

Da Felix so viel Spaß auf der Autofähre von Schweden nach Dänemark hatte, änderten wir spontan unsere Route und setzen von Dänemark mit einer weiteren Fähre nach Fehmarn über und so hatten wir schneller als gedacht wieder deutschen Boden unter den Füßen.

Auf Fehmarn besuchten wir noch das Meereszentrum und fuhren dann über Lübeck in Richtung Elbe um noch einmal Nicole, Max und die 2 Kids für ein Wochenende zu besuchen.

Weiter ging es dann zu einem Kaffeeklatsch nach Wefensleben mit Wenke und Familie. Danach steuerten wir Leipzig an, denn wir wollten uns hier noch einmal näher mit einem Tiny House beschäftigen. Die Firma Rolling Homes, baut auf Basis von Zirkus- und Bauwagen vollwertige ökologische Wohnräume. Wir hatten einen sehr interessanten Termin mit den Gebrüdern Pfeil, welche uns ihre gemütlichen fahrenden Häuser zeigten. Da waren wir wirklich schwer begeistert 😊 Um das Thema abzurunden machten wir uns danach auf den doch etwas langen Weg nach Wien, denn dort besuchten wir einen zweiten Anbieter und zwar die Firma Wohnwaggon. Diese Firma verfolgen wir schon etwas länger und haben letztes Jahr auch schon eine Probenacht in einem Wohnwaggon in Zossen bei Berlin verbracht. Das besondere hierbei ist, sowohl das ökologische als auch das autarke Konzept. Die mobilen oder auch nicht fahrbaren Minihäuser werden mit autarken Komponenten ausgestattet, so dass man sich nahezu unabhängig von einer externen Strom, Wasser und Heizung macht. Außerdem werden sehr viele lokale und regionale Produkte verbaut, wie zum Beispiel das Holz, die Schafwolle zur Dämmung, die Fenster etc. Also ein sehr nachhaltiges und schlüssiges Konzept.

Irgendwie hatten wir in den letzten Wochen der Reise nochmal das Tempo angezogen auch um die Tiny House Termine wahrzunehmen, was uns rückblickend betrachtet nicht so gut getan hat. Annika und Felix waren gleich wiedermal krank als wir zu Hause ankamen, Termine prasselten über uns ein und alles verlief hektischer. Wir durften in Schweden erleben, was ein langsames und einfaches Leben bedeutet. Es tat uns einfach gut und wir sind sehr dankbar für diese Erfahrung.

Auf Grund unserer vielen Reisen der letzten Jahre, sowohl mit als auch ohne Felix, haben wir gesehen, dass es auch durchaus anders gehen kann. Wir haben sehr viele Menschen und Familien getroffen, welche uns gezeigt haben, dass es nicht nur diesen einen allgemein bekannten Lebensentwurf geben muss. Nun gilt es für uns die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und uns einige Dinge der letzten Reisen zu bewahren und in unseren Alltag zu übernehmen.

In diesem Sinne, bleibt gespannt wo unsere Lebensreise hingeht…

Schweden

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