15.11. – 21.11. Guilin und Yangshuo, es ist viel passiert…

Nun ging es also weiter Richtung Guilin. Auf dem Weg zum Flughafen wollten wir die berühmte Magnetschwebebahn austesten. 30 km in 7 Minuten und 18 Sekunden mit 431 km/h… das wollten wir uns nicht entgehen lassen!! Leider wurden wir schwer enttäuscht…es wurden lediglich 300 Km/h erreicht! Mike war gaaaaannnzzzz schön traurig. 😦
In Guilin angekommen hatten wir leider gleich am nächsten Tag Dauerregen… Wir wollten ein paar Einkäufe machen und die Touren für unsere nächsten Tage planen, waren nach einer Stunde allerdings völlig durchnässt. Aber für die nächsten zwei Tage war Sonne angesagt.
Am Samstag wollten wir zu den Reisterrassen nach Longji. Diesmal aber ganz auf eigene Faust!! Um 8 Uhr starteten wir zum Busbahnhof von Guilin. Der Bus war ziemlich leer und so stellten wir uns auf eine entspannte Fahrt ein. Wir starteten auch pünktlich und dann ging’s auch schon los… An jeder Ampel hielten wir und immer mehr Leute hüpften noch auf unseren Bus auf. Einige wurden auch mit Taxis und Mopeds hinterher gefahren und dann wurde wild gehumpt, damit der Bus auch noch einmal anhielt… Wie früher als Mutti oder Papa uns noch schnell zur Haltestelle fahren musste, damit wir auch den Schulbus noch kriegen 😉
Nach einer Stunde und gefühlten 100 Stops war der Bus dann bis unters Dach voll (im Gang saßen die Fahrgäste schon auf Eimern) und es ging endlich Richtung Reisterrassen.
Wir rumpelten über eine Huckelpiste und dachten noch, sind wir hier richtig ????? Und soll das 1 1/2 Stunden so weiter gehen??? Ja es sollte… Es war echt krass, denn die Straße wurde gerade gebaut und durch den vorherigen Regen war alles total schlammig und überall waren große Krater die wir scheinbar „alle“ durchfuhren!!! Fast wäre das morgendliche Frühstück umsonst gewesen 😉 Das letzte Stück war dann besser und so schlichen wir unserem Ziel auf den Serpentinen entgegen. Hier und da (auch mitten in der Kurve) hielt der Bus dann an, um seine ersten Fahrgäste wieder abzuladen. Nach 2 1/2 Stunden kamen wir endlich an die Kreuzung wo wir wieder umsteigen mussten. Raus aus dem Bus und gleich wieder rein in den nächsten… Der war leider schon ziemlich voll, so das wir die nächste Stunde im stehen verbrachten.
Dann war es geschafft und wir waren endlich nach knapp 4 Stunden Tortur am Ziel. Aber es hat sich wirklich gelohnt, die Reisterassen waren wunderschön. Im Sommer wenn sie mit Wasser geflutet sind und sich das Sonnenlicht darin bricht, soll es ein noch tolleres Bild sein aber auch so waren wir total begeistert. Wir wanderten durch das Tal und auf die Hügel und trafen dabei kaum eine Menschenseele. Nur hier und da mal ein paar nette ältere Leutchen und die hier lebenden Yao. Die Frauen dieses Völkchens schneiden sich niemals die Haare!!! Die der älteren Frauen sind bodenlang und werden dann kunstvoll um den Kopf gewickelt. Sie tragen auch  ihre traditionelle Tracht und sehen dabei echt sportlich aus 😉
Um 16.30 Uhr machten wir uns wieder auf den langen Rückweg und kamen am Abend kaputt aber mit tollen Eindrücken wieder im Hostel an. Für Sonntag hatten wir eine chinesische Bootstour nach Yangshuo geplant. Dort wollten wir die nächsten Tage verbringen und die Gegend mit dem Fahrrad erkunden. Man konnte mit dem Bus dorthin fahren oder eine Touribootstour mitmachen (da es leider keine öffentlichen Fähren oder ähnliches gibt).  Da wir sowieso eine Li-Flussfahrt machen wollten, verbanden wir das gleich miteinander. Wir buchten natürlich die billigere chinesische Tour… Da wir uns dachten, wir wollen ja nur Boot fahren und die Aussicht genießen.
Gesagt getan… Um 7.40 Uhr holte uns unser Bus am Hostel ab und brachte uns zum Fähranleger. Wir bekamen einen lustigen Gruppensticker auf dem Arm und rein in den Bus. Der füllte sich, na klar mit vielen Chinesen. Unser chinesicher Guide fing dann auch schon an, zu reden ohne Luft zu holen… Natürlich auf Chinesisch und in einer enormen Lautstärke. Wir saßen nur da, verstanden nix und versuchten dabei intelligent auszusehen .
Wie sollte es anders sein, wurden wir natürlich bevor es aufs Schiff ging wieder einmal in ein Touritempel geschleppt, wo wir shoppen konnten. Danach ging es dann aber endlich zum Hafen, allerdings trennte sich dort aus für uns unverständlichen Grund unsere Gruppe. Unser Guide teilte uns einem älteren chinesischem Paar zu, drückte uns Boardkarten in die Hand und weg war die gute Frau… Da uns nix anderes übrig blieb, stiefelten also mit den beiden los und verständigten uns dabei mit Händen und Füßen 😉
Auf dem Boot angekommen wurden wir auch gleich auf unsere Plätze verfrachtet, die Frage war nur, wo sollten unsere großen Rucksäcke hin? Bei der Buchung sagte man uns, dass es kein Problem sei… Naja irgendwie hatten wir sie dann hinter unseren Sitzen gestapelt. Daneben befanden sich genau 2 Sitze, perfekt für uns… Da ja eh alles durch unser Gepäck blockiert war. Also fragten wir (auch wieder mit Händen und Füßen), ob wir da nicht sitzen könnten… No Way!! Unsere Zieh-Omi stieg auch gleich in das Gespräch mit ein und es entwickelte sich eine heiße Diskussion zwischen ihr und der Stewardess des Schiffes!!! Einige andere Fahrgäste beteiligten sich auch noch und es wurde richtig lustig. Das einzige was wir wussten war: ok, es geht um uns. Alle gestikulierten und diskutierten und wir saßen nur mit offenem Mündern da und starrten von einem zum anderen… Schlussendlich ließ sich die Dame aber nicht umstimmen und ein junges chinesisches Pärchen durfte ungewollt mit unseren Rucksäcken kuscheln…
Beim Start fing dann auch schon die nächste chinesische Erzähltirade an… Manno wir wollten doch nur in Ruhe auf dem Li-Fluss bis Yangshuo mitfahren!!!!! Was für eine tolle Idee eine chinesische Tour zu buchen dachten wir uns… Ggrrrrr
Irgendwann reichte es uns und wir stahlen uns davon Richtung oberes Deck. Die Aussicht war natürlich der Hammer, wir fuhren durch wunderschöne Karstfirmationen und vorbei an kleinen Dörfern und Fischern auf Ihren Bambusflößen. Es gab einige besondere Spots, wo unsere Ziehgroßeltern auch immer gleich Bescheid sagten und uns alles zeigten. Die beiden waren echt supernett und kümmerten sich trotz der Sprachbarriere rührend um uns!! Als es Zeit fürs Mittagessen wurde, holten sie uns mit den Worten „lunchi lunchi“  vom Deck damit wir auch ja etwas abbekommen 🙂
Am Nachmittag kamen wir dann in Yangshuo an, hier trennten sich unsere Wege und wir fuhren mit einem Taxi zu unserem etwas außerhalb gelegen Hostel. Hier fühlten wir uns richtig wohl… Mitten aufm Dorf! Wie zu Hause, nur etwas ursprünglicher 😉 Unser Zimmer war in einem alten Farmhaus aus Lehm und Holz und überall liefen Hunde und Hühner umher. Wir schnappten uns die Kamera und machten uns gleich auf den Weg zum Yulong Fluss, der gleich am Dorf vorbeiführte. Hier trafen wir einen älteren Herren der gerade seinen Wasserbüffel zum grasen und baden ausführte. Er saß mit uns zusammen und rauchte eine Zigarette und obwohl wir nicht kommunizieren konnten war es eine nette Begegnung. Hier waren die Leute viel netter, als in den anderen bisher gesehenen Gegenden in China. Jeder grüßt hier jeden, wie es halt so auf dem Dorf üblich ist. Das Essen war dann auch echt der Hammer!!!! Das beste was wir in ganz China hatten. Hühnchen mit frischer Ananas, gedünstetem Gemüse und Reis einfach super lecker.
Am nächsten morgen schnappten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück ein Fahrrad und los ging es zum Moon Hill (einem riesigen Karstberg mit einem großen mondförmigen Loch im Gipfel). Leider war es kein sonniger Tag, aber wenigstens regnete es nicht. Wir machten uns an den Aufstieg… im Schlepptau eine mindestens 70 jährige alte Oma die uns unbedingt Cola oder Wasser verkaufen wollte… Da wir es kaum mit ansehen konnten wie sie sich den Berg hochquälte, sagten wir ihr klipp und klar, dass wir nichts bräuchten. Keine Chance, denn sie kam uns weiter hinterher gelaufen. Aus Mitleid kauften wir ihr dann doch eine Cola ab, in der Hoffnung dass sie umkehren würde.
Oben angekommen genossen wir den Ausblick und trafen noch eine ältere Engländerin mit ihrem Sohn den sie in Hongkong besuchte. Sie fragte uns doch echt nach 22 Jahren Mauerfall, ob es denn immer noch so schlimm sei in Ostberlin… Äh nee!! naja sonst war sie aber super nett und der Sohn gab uns gleich ein paar Tipps für Hongkong. Beim Abstieg traf uns der Schlag… da saß die alte Oma mit ihren kalten Getränken doch glatt kurz vorm Gipfel!!!! Sie hatte sich an ein Pärchen geklammert, welches wohl nicht so viel Mitleid hatte wie wir…
Anschließend lieferten wir uns mit einer chinesischen Schülerbande ein Fahrradrennen und machten uns als wohlverdiente Sieger auf den Rückweg. Dieser führte uns entlang des Yulongflusses und zweimal auch darüber hinweg. Leider gab es dort keine Brücke, nur ein paar Bambusflosse mit denen die Touris chauffiert werden. Aber eine kleine Chinesin, meinte kein Problem: rauf mit den Fahrrädern aufs Floß und los geht’s! Aaaaaangst!!! So wuchtete sie das erste Rad mit Mike’s Hilfe aufs Floß, was dabei schon bedenklich wackelte. Dann sollte das 2. Rad und wir noch dazu… Wir sahen uns schon pitschnass ohne Fahrrad im Hostel ankommen! Beim übersetzen hatten wir zwar ziemlichen Tiefgang aber kamen doch halbwegs trocken auf der anderen Seite an. Bei der zweiten Überfahrt gab es dann eine Brücke die zwar sehr schmal und ohne Geländer war, aber besser als ein wackliges Bambusfloß!
Am Abend genossen wir wieder leckere Hausmannskost auf Chinesisch und lernten doch tatsächlich zwei Jungs aus Frankfurt/Oder kennen… So klein ist die Welt 😉
Am nächsten Tag holte uns der Regen wieder ein und somit fuhren wir nach Yangshuo und bummelten dort durch die Stadt. So kann man den Tag auch rumbringen: flanieren, shoppen und Käffchen trinken 🙂 zurück im Hostel spielten wir ne runde Tischtennis und ließen den Tag mit einem Bierchen ausklingen.
Am Mittwoch war es dann auch schon wieder Zeit zum packen, denn es ging mit dem Bus zurück nach Guilin von wo aus unser Flieger nach Hongkong ging.

China

4 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. euer bisher tollster blog und zwar in jeglicher hinsicht…so herrlich geschrieben und dann diese wahnsinns bilder. vielen, vielen dank, dass ihr uns so intensiv dran teilhaben lasst 🙂

    miss u!

  2. Na,ihr zwei super toll geschrieben,freuen uns schon auf den nächsten Bericht.
    Mann muß ja richtig schmunzeln!
    Weiter so……
    Grüsse von M u. P

  3. na mensch ihr speed-junkies,
    das nenn ich ma abenteuerurlaub…hehe
    ich liebe ja reisterrassen! voll toll!
    ihr wurdet zum bus gefahren früher? also bei uns wurde gerannt! hehe
    na dann viel spaß noch und auf baldige neue reports!

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