21.01. – 31.01. wunderschöne Westküste

Man verbringt die Tage hier eigentlich hauptsächlich mit fahren, fahren, fahren, tanken, Pause, fahren, fahren, tanken, fahren und noch mal fahren!!! Es sind echt wahnsinnige Entfernungen… Früh stehen wir schon mit dem Sonnenaufgang auf und dann gibt‘s erst einmal ein leckeres Frühstück. Alles verpacken, Auto checken und weiter geht’s. Man muss den Tag nutzen, da es am Abend zu gefährlich ist weiter zu fahren… Denn dann kommen die Viecher aus dem Busch gekrabbelt und die hüpfen auch gern mal vor das Auto! Unsere Kängurusichtungen beliefen sich daher bis jetzt leider nur auf tote Exemplare am Straßenrand… Aber das wird sich hoffentlich bald ändern.

21.01. Montag

Nachdem wir das Internetcafé und Geraldton verlassen hatten, wollte auch Annika mal ihre ersten Linksfahrversuche starten. Bis jetzt hatte Mike den Vortritt, da er sich ja schon damit auskannte 😉 da muss man sich ganz schön konzentrieren und erst einmal umgewöhnen !! Und dann noch mit so einem Camper…puhhh! Aber nach ner Weile ging es schon ganz gut. Die Nacht verbrachten wir mitten im Busch auf einer Rest-Area am Highway.

22.01. Dienstag

Früh ging’s zeitig weiter Richtung Monkey Mia. Unser erster Stopp waren die Stromatoliten im Hamelin Pool. Danach besuchten wir den Shell Beach, welcher wie der Name schon verrät nur aus schneeweißen Muscheln besteht. Dann fuhren wir nach Denham und weiter nach Monkey Mia. Hier schlugen wir für eine Nacht unser Quartier auf, um uns am Morgen die wilden Delphine anzuschauen. Aber erst mal genossen wir ein kurzes Bad im azurblauen Wasser. Nach einem Strandspaziergang legten wir ein Päuschen auf einem Steg ein und da kam eine Wasserschildkröte vorbei geschwommen :)!!! endlich! zweimal kam sie zum Luftholen an die Oberfläche und tauchte dann wieder ab.

Beim Kochen am Abend hatten wir dann auch noch ein paar Überraschungsgäste… Hier im Park laufen Emus frei herum und suchen nach Fressbarem und da kam unser Essen wohl gerade recht. Die sind aber recht friedlich und zogen dann auch bald wieder ab. Ganz schön neugierig sind die Viecher! Es schaute öfters mal einer durch die Tür vom Camper 😉

23.01. Mittwoch

Heute Morgen ging es dann zu den Delphinen, sie kommen seit vielen Jahren fast jeden Tag an die Küste und bekommen dort ein paar Fische. Wir hatten Glück es kamen an diesem Tag 6 Delphine und sogar eine Mutter mit ihrem Kalb. Die Delphine kommen bis an den Strand und man kann sie ganz nah beobachten, dazwischen schwamm dann noch eine Schildkröte und einige Pelikane waren auch mit von der Partie. Das war wirklich ein supertolles Erlebnis! Vor allem da es wirklich noch wilde Delphine sind und sie nicht in Gefangenschaft gehalten werden.

Damit wurde unser Tiersichtungskonto gleich mal aufgestockt: Emus, Delphine, Schildkröte, Pelikane, Sittiche … Mal schauen was uns noch so erwartet.

Auf dem Weg zurück zum Highway hielten wir noch am Eagle Bluff, ein Aussichtspunkt von dem man Haie und Rochen sehen kann, wenn man Glück hat! Und wir hatten es 🙂 wir sahen einige kleinere Riff Haie und zwei schwarze Rochen. Mike hat in Kambodscha ja noch ein Fernglas erstanden, welches jetzt mal wieder zum Einsatz kam. Leider war es aber extrem windig, so dass das Meer sehr unruhig war sonst hätten wir noch bessere Sicht gehabt.

Unser nächstes Ziel war Carnavon, ein kleines gemütliches, leergefegtes und sehr windiges Küstenstädtchen. Hier besorgten wir uns eine Riesenportion Fish & Chips und Bier… Damit ging es zum Pier, welcher 1,4 Kilometer ins Meer reicht. Hier ließen wir es uns schmecken und genossen den Sonnenuntergang.

24.01. Donnerstag

Es ging weiter die Küste entlang und als erstes besuchten wir die Blowholes. Dort brechen sich die Wellen an Kalksteinfelsen und das Wasser wird durch Löcher und unterirdische Kanäle bis zu 20 Meter hoch in die Luft gepresst. Wahnsinn!

Nachdem wir das Schauspiel mehrere Stunden bewundert hatten fuhren wir  weiter Richtung Coral Bay und übernachteten wieder auf einer Rest-Area mitten im nichts.

Unser ursprünglicher Plan bis nach Broome zu fahren ist leider aus zwei Gründen geplatzt…
1. das Wetter: der Nordwesten von Australien wird oft in dieser Jahreszeit von Zyklonen und somit von Überschwemmungen heimgesucht. Keine Angst unser erster Gang in jeder Stadt ist die Touristeninfo, um uns ein Wetter- und Straßenupdate zu holen. Hier erfuhren wir auch, dass sich gerade in der Region Broome ein Zyklon zusammen braut. Es müsste eigentlich auch hier in der Gegend schon längst die Regenzeit einsetzen… Doch wir haben Glück und sie lässt noch auf sich warten. Unser Plan war es eh soweit wie möglich (soweit wie es das Wetter uns erlaubt) die Westküste zu erkunden… Und bis jetzt haben wir schon ziemlich viel davon entdecken können.

2. die Entfernung: nach 5 Tagen on the Road und schon fast 2.000 Kilometern auf dem Tacho wollen wir es erst mal wieder bissel entspannter angehen lassen und nicht jeden Tag weiter fahren… Bis Broome wären es dann nochmal über 1.000 Kilometer 😦  Wir wollen noch bis Exmouth ans Ningaloo Riff fahren und dort 2-3 Tage bleiben. Dann können wir uns ganz entspannt wieder nach Perth zurück hangeln und vielleicht auch noch weiter runter in den Süden fahren – abwarten.

25.01. Freitag

Unser Ziel war heute Exmouth, wo wir uns einen Caravan Park in der Stadt suchten und nochmal alle Batterien, Akkus und Wasserkanister auffüllten. Denn die nächsten Tage wollten wir im Ningaloo Marine Park und dem Cape Range National Park verbringen. Wir genossen den Luxus eines Pools und einer Waschmaschine und telefonierten auch mal wieder mit unserer Heimat.

26.01. Samstag / Australia Day

Bevor es in die Wildnis ging, füllten wir noch einmal unseren Kühlschrank auf und legten gleich noch eine kleine Shoppingrunde ein, denn es war Sommerschlussverkauf. Was für ein Gefühl nach 4 Monaten endlich mal wieder neue Sachen zu haben… Göttlich!

Die Australier feiern heute die Ankunft der ersten Flotten auf dem Kontinent. Jeder kauft fürs Barbecue ein und freut sich auf ein langes Wochenende. Denn hier werden die Feiertage die aufs Wochenende fallen am Montag einfach nachgeholt!!! Das sollten sie mal in Deutschland einführen 🙂

Dann ging es in den Nationalpark, wir erkundigten uns beim Ranger wo es denn die besten Schattenplätze gab und fuhren los. Wir fanden ein schattiges Plätzchen mit eigenen Känguru 😉 das saß den ganzen Tag auf dem Platz neben uns unterm Tisch im Schatten. Als weiteres Haustier hatten wir eine kleine Echse die immer ganz nervös auf ihren Hinterbeinen rumgerannt ist… Ein sehr lustiges Tierchen. Da es furchtbar heiß war blieben wir einfach im Schatten sitzen und chillten… Bei 40 Grad hat man nicht wirklich Bock was zu machen. Zwischendrin mal ein kurzes Bad in der „Badewanne“ vor der Tür 😉 und das war’s. Abends machten wir dann noch einen Strandspaziergang und genossen den Sonnenuntergang. Da hier zu dieser Zeit Schildkröten ihre Eier legen sollen, zogen wir später in der Dunkelheit noch einmal los. Da Vollmond war, hatten wir super Sicht… Aber leider keine Schildkröte, wir fanden nur eine Spur im Sand.

Hier im Park kann man für eine Gebühr von 7$ pro Person und Nacht auf kleinen Camp-Areas gleich hinter den Dünen übernachten. Außer einem Plumpsklo gab es nix weiter. Nicht mal Wasser aus der Leitung geschweige denn eine Dusche… Aber alles kein Problem, denn wir hatten ausreichend Wasser an Board. Das tolle an diesem Nationalpark ist das Ningaloo Riff, welches direkt vom Strand zu erreichen ist und somit Ideal zum Schnorcheln einlädt.

27.01. Sonntag

Am nächsten Morgen war unser Hauskänguru auch wieder da und hatte gleich noch 2 Kollegen mit gebracht 🙂 nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Touristeninfo und holten ein paar Infos zum Wetter und zum Park ein. Dann fuhren wir an den Strand und mittags wieder zurück zu unserem Schattenplatz, denn die Sonne brannte hemmungslos. Da erwarteten uns schon unsere drei neuen Freunde die es sich bei unseren zurückgelassenen Sachen im Schatten gemütlich gemacht hatten. Sie hüpften zwar erst einmal weg doch alle paar Minuten schauten sie um die Ecke ob sie sich nicht doch wieder an ihr Plätzchen legen könnten J. Am späten Nachmittag fuhren wir zum Yardie Creek, um uns dort die Schluchten anzusehen. Die Sonne war immer noch ziemlich heiß aber wir kämpften und trampelten uns (wegen der Schlangen) durch. Wir sahen ein paar Wallabis, einen Fischadler mit seiner Beute und ein paar Kakadus die in den Felswänden nisteten. Gott sei Dank kam uns bis jetzt hier noch keine Schlange in die Quere!!! Dann trafen wir noch den Ranger, der meinte wir sollen vorsichtig zurück fahren es seien viele Kängurus unterwegs… Mhh dachten wir uns kennen wir ja, aber was da dann alles umherhüpfte war echt der Wahnsinn!!! Mindestens 100 Stück sahen wir bis zu unserem Campingplatz. Wir konnten eigentlich nur 50 km/h fahren, da es so viele waren.

28.01. Montag

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder zur Touristeninfo, um uns Schnorchel Equipment auszuleihen. Wir starteten an einem Spot für Einsteiger,  es war erst mal ziemlich langweilig da man nur Seegras und ein paar Fische sah. Doch plötzlich tauchte eine Schildkröte auf die dort wohl gerade ihr Frühstück einnahm 🙂 die Tiere sind echt der Wahnsinn und wir durften sie aus nächster Nähe sehen!!! Alle paar Minuten schwamm sie wieder an die Oberfläche zum Luftholen und dann schnell weiter fressen. Dann fuhren wir zum nächsten Spot „türkise Bucht“, einfach  der Wahnsinn! So ein blaues und türkises Meer haben wir noch nie gesehen… Da kann auch Thailand nicht mithalten. Flossen, Brille und Schnorchel wieder an und weiter ging’s. Hier fühlten wir uns fast wie in Michas Salzwasseraquarium 😉 es war echt der Wahnsinn!!! Riesige Korallen und überall ganz viele bunte Fische. Als wir weiter schnorchelten sahen wir noch einen riesigen schwarzen Stachelrochen der am Meeresboden lag und sich im Sand eingegraben hatte. Es sah zwar aus als ob er schlief doch wir suchten schnell das weite, denn die Viecher sehen echt gefährlich aus. Danach brauchten wir erst einmal eine Pause… Als wir fast den Strand erreicht hatten hörten wir auf einmal aufgeregte Stimmen. Wir hörten nur eine deutsche Stimme “ da kommt was großes angeschwommen direkt am Strand“!!! Oh Gott was ist das??? Und alle riefen nur schnell raus aus dem Wasser „ein Hai, ein Hai“!!!!Na da sind wir aber geflitzt… Man sah nur einen großen dunklen Fleck der ziemlich schnell war… Und dann tauchten zwei Flossen auf und der Hai entpuppte sich als zwei Delphine die ganz nah am Strand durch das Wasser schossen und miteinander spielten. Schnell Brille wieder auf und zurück ins Wasser:) aber die beiden waren zu schnell für uns. Wir konnten dann vom Strand aus nur beobachten wie sie miteinander spielten und ihre Bahnen zogen.
Da wir hier ja nicht viele Kilometer am Tag fahren und es auch keine Campingplätze mit Strom gibt, hatte unsere Hilfsbatterie in der Nacht den Geist aufgegeben. Das hatte zur Folge, dass unser Kühlschrank nicht mehr funktionierte… Wir hatten uns schon gewundert das wir so ruhig schlafen konnten 😉 denn sonst brummt der in der Nacht immer ziemlich laut. Wir versuchten außerhalb des Parks Strom zu bekommen, doch entweder gab es nur Generatoren (mit zu wenig Power) oder wir hätten dort übernachten müssen… Da wir aber schon für die Übernachtung im Park bezahlt hatten, entschieden wir uns einfach die Nacht ohne Strom auszukommen.

29.01. Dienstag

Eine gute Tat am Tag… Mike hatte gleich am Morgen den ersten Hilfseinsatz 🙂 ein älterer Australier, der sein Rentendasein jetzt mit Reisen verbringt, hatte sich aus seinem Camper ausgeschlossen… Aber Mike schraubte kurzerhand mit seinem Schweizer Taschenmesser das Fliegengitter vom Fenster und der alte Herr war gerettet 🙂

Danach starteten wir zu unserem zweiten Schnorcheltag… Wir sahen wieder viele bunte Fische, einen Seestern, einen bunten Rochen und zu guter Letzt noch einen 2 Meter Riff Hai, der aber ganz ruhig am Boden schlief. Beim letzten Schnorchelgang entdeckten wir sogar noch einmal eine Schildkröte, die noch größer war als die vom Vortag. Es ist so cool wie diese riesigen Tiere durchs Wasser schweben, da könnte man stundenlang zu sehen. Wir beobachteten sie eine Weile, da wir schon ziemlich weit im Riff waren behielten wir trotzdem die Umgebung im Auge… Und da entdeckte Annika im Augenwinkel einen Riff Hai der direkt in unsere Richtung schwamm! Schnell Mike am Shirt gezerrt, umdrehen und zurück zum Strand schwimmen. Eigentlich sagt man, dass die Riff Haie wohl mehr Angst vor uns haben und Angriffe auf Schnorchler oder Taucher nur sehr selten vorkommen… Das sehr selten reichte uns dann schon um die Flucht zu ergreifen!!! Mike sah noch wie er kurz auf uns zu schwamm, aber dann doch 5 Meter vor uns abdrehte und auch das Weite suchte.

Als wieder die unerträgliche Mittagshitze einsetzte, verließen wir den Nationalpark und fuhren wieder zu einem Caravanpark, um unsere Batterien und Wasservorräte aufzuladen. Danach ging es in die Stadt frische Lebensmittel kaufen. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Diner mit Internet vorbei… Da das hier ja eine Seltenheit ist, machten wir dort noch ein Päuschen und gönnten uns mal wieder Fisch&Chips. Wie sich heraus stellte war die Besitzerin aus Deutschland und so kamen wir gleich ins Gespräch. Sie lebt schon ein paar Jahre hier und schmeißt den Laden dort ganz allein. Wir blieben dort länger als gedacht und kamen gerade noch pünktlich am Leuchtturm an, um die Sonne ins Meer plumpsen zu sehen. Danach machten wir noch einen Strandspaziergang und hofften mal wieder darauf vielleicht eine Schildkröte bei der Eiablage zu sehen… Dieser Strandabschnitt ist dafür der bekannteste, doch leider hatte gerade die Ebbe eingesetzt und die Weibchen kommen nur bei Flut an den Strand. Wir sahen aber wieder mindestens 10 Spuren wo sich ein Weibchen den Strand hochgearbeitet hat und ein Nest gegraben hatte. Diese Tiere sind echt riesig und was die für Entfernungen und Anstrengungen auf sich nehmen,  nur um ihre Eier an den Strand zu legen wo sie selbst damals geboren wurden- echt beeindruckend!

30.01. Mittwoch

Ab heute geht es die Küste wieder runter Richtung Coral Bay. Hier kann man auch super Schnorcheln und ab März mit Wal Haien schwimmen. Wir hörten, dass jetzt sogar schon die ersten da sein sollen, aber es werden leider noch keine Touren dazu angeboten. So genossen wir den Tag einfach im glasklaren Wasser und fuhren dann weiter Richtung Carnavon, um wieder auf einer Rest-Area am Highway zu übernachten.

31.01. Donnerstag

Heute sind wir wieder in der Zivilisation angekommen und sitzen gerade in der Bibliothek von Carnarvon um das Internet zu nutzen. Nachher gibt’s mal wieder lecker frische Fish&Chips und dann fahren wir weiter Richtung Süden.

Kleiner Tipp am Rande von Mike: Sollte irgendjemand von euch die Absicht haben auch mal nach Australien zu reisen, dann nichts wie ab an die Westküste (ideal im australischen Sommer)! Die Natur ist der Hammer, kaum Touristen und einfach nur ganz viel Weite! Durch mein Jahr in Australien habe ich mittlerweile schon sehr viel gesehen aber hier ist es mit am schönsten!!!

 

Australien

2 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. National Geographic hat angerufen, die wollen ihre Fotos wiederhaben!
    Und ich will ne Schildkröte! Kann ich ne Schildkröte bekommen??? Oh bitte, bitte! Oh krieg ich ne Schildi??? *dackelblick* Ne kleine reicht auch, kein Problem. BÜDDEEEE!!! *schippezieh*

  2. das hört sich ja alles toll an! und die fotos…ein traum! bringt ihr mir son känguru mit??? bitte!!! *ganz-lieb-guck* ich hoffe ihr könnt euch irgendwo ne günstige unterwasserkamera besorgen!!! ich möchte gern auch noch korallen- und fisch-, schildkröten- und delphin-unterwasserbilder!!!

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