16.03. – 24.03.2013 Südinsel Teil 2
Den Samstag verbrachten wir gemütlich in Queenstown. Am Morgen besuchten wir einen Handwerker & Kunst Markt und danach schlenderten wir noch durch die Stadt und chillten im Park.
Dann fuhren wir Richtung Wanaka, um dort auf einer Campside am See zu übernachten. Leider konnten wir den See und das Panorama kaum genießen, da es hier Tausende Sandfliegen gibt. Das sind ganz gemeine Biester!!! Sobald man sich raus traut fallen sie über einen her und stechen zu… Fast wie Spreewald hier 😉
Nachts wurden wir von nagenden, kratzenden Geräuschen geweckt… Konnten aber nicht feststellen was oder wer sie verursachte. Wir verschoben eine genauere Untersuchung auf den nächsten morgen, da keiner von uns beiden Lust hatte im einsetzenden Regen und in der dunklen Nacht den Camper und das kuschlige Bettchen zu verlassen. Tja und am nächsten morgen hatten wir den Salat, Neuseelands Staatsfeind Nummer 1 hat zugeschlagen: der gemeine Marder!
Gott sei dank hatte er sich nur die Sitzverkleidung und eine Gummidichtung als Opfer ausgesucht , denn auch der Motor liegt direkt unter den Vordersitzen… Normalerweise stehen z.B. Kiwieier auf seinem Speiseplan, darum wird er hier gar nicht gern gesehen, wie auch Ratten und Possums.
Nachdem wir das abgecheckt hatten ging die Fahrt weiter Richtung Norden entlang der Westküste. Und das im strömenden Regen 😦 auf dem Weg gönnten wir uns einen „whitebait pattie“ eine Spezialität der Westküste. Und zwar werden kleine ca. 5cm große Fische mit Ei zu einem Omelett verarbeitet und auf einer Scheibe Toast mit Minzsauce serviert. Lecker!
Am Nachmittag sind wir dann am Fox Gletscher angekommen und da der Regen etwas nachließ entschlossen wir uns zu einer Wanderung bis an die Gletscherkante. Leider überraschte uns während der Wanderung ein weiterer Regenguss und plötzlich standen wir da, nass bis auf die Haut… (Max Herre läßt grüßen) 😉 Da man allerdings nicht jeden Tag die Chance hat, so nah an einen Gletscher zu kommen blieb uns nix anderes übrig als weiterzulaufen. Nach 2 Stunden kamen wir tropfend am Camper an und hatten nun ein Problem! Wie sollten wir die ganzen Sachen wieder trocken kriegen? Da mußte dann die Gott sei dank reparierte Lüftung dran glauben. Dieser Prozess zog sich allerdings über 2 Tage hin… 😦
Am Montag morgen wurden wir wach und kamen uns vor wie im Gewächshaus. Aber immerhin zeigte sich heute mal wieder die Sonne und wir konnten noch eine Wanderung zum Franz Josef Gletscher unternehmen, welcher gleich um die Ecke liegt. Mutter Natur ist hier echt der Boss! Überall waren strömende Bäche, Wasserfälle und Steinlawinen zu beobachten. Da der Gletscher ständig in Bewegung ist, hörte man hin und wieder ein knacken und knarren im Eis. Das hatten wir auch schon beim Mount Cook gehört aber nichts weiter gesehen, da man dort an den Gletscher nicht so nah ran kam.
Am Nachmittag besuchten wir das Wildlife Center um Neuseelands Star „den Kiwi“ live zu erleben. Es handelte sich um die seltenste Art „den Rowi“ von dem es nur noch ca. 300 Stück gibt. Da diese Laufvögel nachtaktiv sind, hat man in der Natur kaum eine Chance welche zu entdecken. Echt possierliche Tierchen, die fast die ganze Nacht mit ihrem Schnabel den Waldboden nach Fressbarem durchforsten.
Am Dienstag ging es über Greymouth bis nach Punakaiki um uns die Pancakes anzuschauen. Das sind Felsformationen, welche wie aufeinander gestapelte Plinse aussehen. Bei Flut brechen sich die Wellen so stark an der zerklüfteten Küste, dass die Gischt aus den Spalten wie Qualm aus einem Schornstein aufsteigt.
Gegen Abend verließen wir wieder die Westküste und durchquerten auf der Suche nach einem Stellplatz eine kleine Gemeinde namens Berlins. Allerdings waren hier nur 3 Häuser und 5 Spitzbuben anzutreffen 😉
Mittwoch war Badetag und zwar in Hanmer Springs. Seit fast 6 Monaten das erste Bad! Einfach wundervoll… Bei knackigen 11 Grad Außentemperatur genossen wir im Sonnenschein die 36 -42 Grad warmen Thermal Pools.
Kia ora Kaikoura!
Am Donnerstag morgen genossen wir unser Frühstück wieder direkt am Meer und konnten dabei die hier lebenden „dusky dolphins“ beim herumtoben beobachten. Dieser Anblick war so toll, dass wir ganz die Zeit vergaßen. Es wurde ein etwas längeres Frühstück…
Nach Kaikoura sind wir nur aus einem Grund gekommen: wir wollten unbedingt Wale sehen. Also ging es in die Touristeninfo um uns über Preise und Anbieter zu informieren. Der Frau erzählten wir auch von unserer morgendlichen Delfinsichtung. Sie meinte nur das ist vollkommen normal hier, manchmal sieht man wohl bis zu 400 auf einen Schlag vor der Küste! Da es hier nur einen Waltour Anbieter gibt und dieser einem Maori Clan gehört, fiel die Entscheidung leicht. Für Freitag früh 10 Uhr waren unsere Plätze gebucht.
Das besondere an Kaikoura ist folgendes: man kann hier das ganze Jahr über Wale beobachten. In den Wintermonaten vorbeiziehende Orcas (Free Willy) oder Buckelwale und ansonsten die hier ansässigen Pottwale (Moby Dick). Vor der Küste befindet sich ein bis zu 1.600m tiefer Canyon welcher ein Schlaraffenland für die hier lebenden Meeressäuger darstellt. Ein ideales Jagdrevier für Pottwale, denn diese sind die einzigen Wale, die bis zu 3.000m tief tauchen können um Nahrung zu finden. Allerdings müssen sie nach ca. 60min wieder für ein paar Minuten auftauchen um Luft zu holen. Und das wollen wir ausnutzen, um sie endlich zu Gesicht zu bekommen und natürlich für ein gutes Foto 😉
Am Freitag um 10 Uhr startete also unser großes Walabenteuer. Es gab eine kurze Sicherheitseinweisung und dann wurden wir auch schon zum Katamaran gebracht. Die rasante Fahrt ging erst einmal aufs offene Meer hinaus. Als es dann hieß ok macht euch bereit wir haben den ersten Wal gesichtet war die Aufregung groß… Und da war er, live und in Farbe. Der Wahnsinn!! 🙂
Der Wal schwamm einige Minuten an der Oberfläche und holte tief Luft, um sie dann wieder in einer Fontäne auszustoßen. Aber der beste Moment ist, wenn er seinen letzten tiefen Atemzug nimmt, senkrecht abtaucht und sich dann seine Schwanzflosse zeigt. Die Fotoapparate liefen heiß und jeder an Bord hatte ein Schmunzeln im Gesicht. Insgesamt durften wir drei Wale auf unserer Tour bestaunen.
Da uns noch etwas Zeit blieb hielt die Crew noch Ausschau nach Delfinen. Dazu mussten wir aber erst einmal wieder unter Deck um volle Fahrt aufzunehmen. Nach einer Weile, hatten sie wohl ein paar gesichtet. Doch als wir wieder an Deck durften, standen wir quasi in einem „Meer von Delfinen“ und trauten unseren Augen nicht. Es waren mindestens 200 Stück die um unser Boot schwammen, sprangen oder einfach nur verrückt spielten. Da hat die Dame aus der Touristeninfo nicht übertrieben. Dieser Tag gehört auf jeden Fall mit zu den besten unserer gesamten bisherigen Reise!
Weiter entlang der Ostküste besuchten wir noch eine Seehundkolonie und deren „Kindergarten“. In den bergigen Wäldern an der Küste bilden sich Wasserfälle und Flussläufe die ins Meer münden. Wenn die Mütter im Meer nach Nahrung suchen vertreiben sich die Jungen hier liebevoll „pups -junge Hunde“ genannt, die Zeit mit herumtollen und spielen in den Bachläufen. Dabei überwinden sie mehrere Pools und Felsen und einige kommen sogar bis zum Wasserfall. Hier verbringen sie geschützt ihre Kindertage und wandern nur zum Milch trinken zurück zur Mutter an die Küste.
Heute ist Sonntag und wir sind in Nelson angekommen. Hier belagern wir zusammen mit einer Horde anderer Backpacker die Bibliothek um euch in der Heimat auf dem Laufenden zu halten 🙂




























NaTach erstmal, ich dachte ihr zwei seit in der großen weiten WELT. Haha dabei seit ihr ja gerade um die Ecke in Berlin. Na toll wa. Mike dir alles liebe zu deinem Geburtstag und noch weiterhin so schöne Tage wie bisher. Gruß aus Belgien von Jürgen