30.03. – 09.04.2013 windiges Wellington, die vergessene Welt und der Tanz auf dem Vulkan

Nun sind wir also auf der Nordinsel gelandet. Bei der Einfahrt mit der Fähre in die Bucht von Wellington wurden wir wieder von einer Gruppe Delphine und strahlendem Sonnenschein begrüßt 🙂
Unser erster Eindruck von Wellington: Es ist hier ganz schön windig!!! Nachts hatten wir fast Angst das unser kleiner Camper wegfliegt… Aber am morgen standen wir dann doch noch an der gleichen Stelle 😉
Ein Highlight von Wellington ist das Nationalmuseum „te Papa“, welches soviel interessante Informationen zu Neuseeland enthält, dass wir gleich einen ganzen Tag darin verbrachten. Außerdem schauten wir uns vom Victoria Lookout, Wellington von oben an und besuchten noch die Weta Cave. Hier wurden die ganzen Kostüme und Figuren für den Film Herr der Ringe und z.B. für King Kong hergestellt. Danach verließen wir die Hauptstadt auch schon wieder um ins Landesinnere zu fahren.
Die erste Station war der Mount Taranaki, welcher im Westen der Insel liegt. Rundherum ist alles relativ flach und dann erhebt sich dieser Riesenvulkan! Ein toller Anblick, leider hatten wir nur auf der Hinfahrt das Glück ihn ohne Wolken zu sehen. Die nächsten Tage zeigte er sich dann leider nicht mehr…
Unser weiterer Weg führte uns über den „Forgotten World Highway“ und hier sagen sich tatsächlich Fuchs und Hase gute Nacht. Eigentlich wollten wir die 150km als Abkürzung nehmen jedoch hat uns diese Straße 2 ganze Tage unseres Lebens gekostet… Es ging die Serpentinen rauf und runter, die Straße (wenn man es überhaupt so nennen kann) wurde immer enger und die Natur und ihre Bewohner immer rauer. Der Höhepunkt war eine Übernachtung in der „Republik Whangamomona“. Dieser kleine Ort hat aus Protest zur Verwaltungsreform der Regierung 1989 seine Unabhängigkeit ausgerufen und sich zu einer eigenen Republik erklärt. Natürlich haben wir uns dann auch im einzigen Hotel weit und breit noch einen Einreisestempel für unsere Sammlung im Pass besorgt 😉
Weiter ging es über Stock und Stein und wir trafen eher auf Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine mit ihren Ferkeln, Enten, Fasane, Truthähne… als auf entgegenkommende Autos. Immer wieder mussten wir abbremsen um diesen netten Geschöpfen den Weg über die Straße zu ermöglichen.
Aber irgendwann war auch dieser Trip zu Ende und wir kamen im Tongariro National Park an. Auf diesem Fleck versammeln sich gleich mehrere aktive Vulkane, wobei einer davon als Schicksalsberg im Film Herr der Ringe herhalten musste. Hier befindet sich auch Neuseelands größtes Skigebiet… aber leider gibt es noch keinen Schnee 😦 Die Kälte ist aber schon da und wir merken, dass es langsam auf den Winter zugeht. Jeden Morgen wachen wir mit einem Eiszapfen an der Nase in unserem Camper auf 😉
Um einen ersten Eindruck zu erhalten fuhren wir mit der Seilbahn zum höchstgelegenen Café Neuseelands und standen erstmal in den Wolken. Dort fand an diesem Tag ein wagemutiges Skate-Event statt. Einige Verrückte stürzten sich auf Longbords und speziellen Dreirädern in einer rasenden Geschwindigkeit die Serpentinen hinunter. Na wer’s brauch…

Von dort ging es nur noch zu Fuß weiter. Wir kraxelten auf einer halbwegs gekennzeichneten Route noch höher und konnten von dort einen kurzen Moment den Ausblick genießen, bevor wieder alles dicht verhüllt war.
Nach diesem eisigen 3 stündigen Marsch über Vulkangestein gönnten wir uns im Café eine heiße Schokolade! Dabei lernten wir einen älteren Herrn kennen, der leichte Verständigungsprobleme hatte. Wie sich heraus stellte war er auch Deutscher und wurde von seinem Sohn an diesem Tag allein gelassen – quasi „Lost“ in Neuseeland 😉
Wir halfen ihm bei der Bestellung seines Cafés und hatten gleich für die nächsten Stunden Unterhaltung!
Übernachtet haben wir die Tage auf einem Campingplatz und wunderten uns jeden Morgen, warum einige Camper schon um 5 Uhr losfuhren… (Auflösung folgt!)
Nach einigen weiteren Wanderungen wollten wir es wissen: Der Tongariro Alpine Crossing war unser nächstes Ziel. Das ist eine Tagestour von 19,4 km die sich durch und über die Vulkanlandschaft schlängelt. Dabei muss man insgesamt 800 Höhenmeter überwinden. Um uns über diesen Track zu informieren gingen wir zur Touristeninfo und bekamen den Tipp (Auflösung!!) sehr zeitig da zu sein, da der Parkplatz lediglich 60 Stellplätze hat. Wer zu spät kommt muss einen Shuttlebus nutzen der wieder 35$ pro Nase kostet! Das versuchen natürlich alle zu vermeiden und es entsteht jeden Morgen ein regelrechter Run auf die begehrten Plätze. Außerdem ist der letzte Teil der Wanderung zur Zeit gesperrt, da im letzten November der Mt Tongariro ausgebrochen ist und immer noch vor sich hinbrodelt. Dadurch kann man den letzten Teil der Wanderung nicht machen und muss wieder umkehren.
Es hieß also für uns um 4.30 Uhr aufstehen, um uns einen der begehrten Parkplätze zu sichern. Als wir mit dem Sonnenaufgang dort ankamen, konnten wir geradeso noch einen der letzten Plätze ergattern… Puh geschafft!
Nachdem wir uns warm angezogen haben und unsere Rucksäcke gepackt hatten ging es los. Um ehrlich zu sein hatten wir uns im Vorfeld ein wenig Gedanken darüber gemacht ob wir dafür gut ausgerüstet und fit genug sind. Als wir aber am Ausgangspunkt gesehen haben, wie manche so durch die Gegend stiefelten waren alle Zweifel verflogen. Hat uns echt gewundert, dass wir keinen in Flipflops erwischt haben. Die ersten zwei Stunden ging es erst einmal über eine leicht ansteigende Ebene mit ein paar anspruchsvolleren Stücken bergauf. Als wir aber immer höher kamen wurde es ganz schön kalt und auch immer steiler. Ein Teil der Strecke war sogar vereist und rutschig, da wir mittlerweile den Gefrierpunkt erreicht hatten. Alles im allem war es schon ein ganz schön anstrengender Walk, aber die Mühen haben sich mehr als gelohnt. Als wir auf 1.900m Höhe standen und somit dem höchsten Punkt erreicht hatten konnten wir in einen Krater reingucken, auf mehrere Kraterseen runterschauen und hatten die anderen Vulkane um uns herum. Was für ein Panorama! Da alle noch aktiv sind, dampfte es dort oben überall aus der Erde und der Boden war ziemlich heiß.
Nach 6 Stunden waren wir wieder auf sicherem Grund und gönnten uns ein Stündchen im Thermalpool um unsere geschundenen Beine etwas zu pflegen 🙂
Hier in der Gegend gibt es mehrere Thermalquellen, die einfach überall aus dem Boden kommen. Jeder der hier wohnt hat wohl seinen eigenen Pool im Garten, einfach ein Loch graben… und entspannen!

Neuseeland

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