10.04. – 21.04.2013 unsere letzten 2 Wochen in Neuseeland – good bye
Nach fast 6 Wochen Neuseeland war die Luft irgendwie ein bisschen raus. Langsam aber sicher werden wir etwas reisemüde… So verbrachten wir einfach 2 entspannte Tage am See ohne viel zu unternehmen. Unser weiterer Weg führte uns nach Rotorua, dort waren wir etwas enttäuscht, dass alles so mega touristisch ist… Wir schauten uns ein paar Quellen, Geysire und ein Maori-Dorf an und flohen dann schnell wieder vor dem Gestank der diesen Ort umgibt. Durch die ganzen Vulkane und der dadurch überall brodelten Quellen riecht es dort etwas streng nach faulen Eiern… Ihhhh!
Im kleinen Örtchen Matamata erwartete uns aber auch schon der nächste Touristenhype… Hier befindet sich das Filmdorf „Hobbiton“ aus Herr der Ringe. Der Ort ist komplett darauf ausgerichtet und natürlich kann man die kleinen Hobbithäusschen nur im Rahmen einer völlig überteuerten Tour besuchen. Das haben wir uns dann aber geschenkt und sind weiter gefahren.
Von dort ging es dann weiter zur Coromandel Halbinsel zum „hot water beach“ (Danke Francis und Dennis für den Tipp!!) wir warteten auf die Ebbe und mieteten uns eine Schaufel 😉 damit ging es dann auf zum Strand und da war schon die Hölle los! Der Strand war schon sehr gut bevölkert, denn hier strömen heiße Quellen bei Ebbe aus der Erde und man kann sich seine eigene Badewanne ausgraben 🙂 Da die Quellen aber bis zu 60 Grad heiß sein können muss man auch aufpassen, dass man sich nicht den Popo oder die Füße verbrüht. Wir beobachten erst einmal eine Weile das Schauspiel und kamen uns fast ein bisschen wie auf einem großen Spielplatz vor. Dann versuchten auch wir unser Glück… Erst fanden wir kein warmes Plätzchen, doch dann sprudelte es gleich richtig heiß aus der Erde!! Wir haben wohl eine der Hauptquellen angegraben 😉 es war ein lustiger Nachmittag und man staunt wie man erwachsene Menschen (besonders die Männer) mit ner Schaufel und nem großen Buddelkasten begeistern kann 😉
Später haben wir uns noch die „cathedral cove“ angeschaut, welche man nur bei Ebbe betreten kann. Dies ist eine Felsformation durch die man komplett durchlaufen kann und das Ganze erinnert eben an eine Kathedrale. Am Abend haben wir es uns mit dem Camper auf einer Klippe gemütlich gemacht. 6 weitere Camper kamen auch auf die Idee und siehe da, allesamt Deutsche! Die deutsche Enklave war also perfekt… Generell sind hier extrem viele Deutsche unterwegs, denn überall wo wir hinkommen sind deutsche Stimmen um uns herum.
Auf dieser Halbinsel hat es der Wettergott besonders gut mit uns gemeint und wir konnten uns sogar noch einmal in die Fluten stürzen und den Blick aufs türkisblaue Meer bei Strandspaziergängen genießen.
Da wir nun noch eine Woche Zeit hatten bevor wir den Camper in Auckland abgeben müssen, haben wir uns für diese letzte Woche den Norden vorgenommen. Das Wetter wurde aber immer unbeständiger, denn von Sonne, Regen und Sturm war irgendwie alles dabei.
Zunächst sind wir zur „Waipu Cave“ gefahren, einer Sandsteinhöhle im Hinterland. Das tolle hierbei war, dass man diese Höhle komplett auf eigene Faust erkunden kann ohne Eintritt zahlen zu müssen und dabei noch Glühwürmchen sehen kann. Wow, das wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Dumm nur, dass eine unserer zwei Taschenlampen vorher den Geist aufgegeben hat. Egal eine tut es auch dachten wir uns, wenn wir immer schön Händchen halten und uns nicht verlieren 😉 an der Höhle angekommen waren wir echt die Einzigen, die vor Ort waren. Also nix wie rein… Wir wagten uns ca. 100 m in die Dunkelheit und passierten dabei riesige Stalaktiten, Hohlräume und eine Quelle. Als wir dann unsere Taschenlampe ausmachten hat es überall geleuchtet. Was für ein magischer Anblick – ein Sternenhimmel aus Glühwürmchen. Viel weiter trauten wir uns dann aber doch nicht mehr mit unserer mickrigen Funzel. Es wurde immer unwegsamer und auch feuchter, so dass wir umkehrten.
Unser nächstes Ziel war das „Cape Reinga“, welches das nördlichste Kap von Neuseeland ist. Ein heiliger Ort, denn die Maori glauben, dass von dort die Seelen der Verstorbenen auf ihre letzte Reise gehen.
Das Wetter meinte es auf dem Weg dorthin allerdings gar nicht gut mit uns, da es wie aus Eimern geregnet hat und dazu noch ein heftiger Sturm tobte. Also legten wir eine Zwangspause auf einem Campingplatz ein und genossen mal wieder eine heiße Dusche. Einen Tag später kamen wir am Kap an und da der Regen immer noch nicht daran dachte mal wieder aufzuhören, konnten wir quasi nix sehen. Na toll dachten wir und suchten uns ein Plätzchen direkt am Meer um noch einen weiteren Tag auf Wetterbesserung zu warten. Und siehe da das Warten hat sich gelohnt, denn der Regen hatte aufgehört aber der Wind war noch ziemlich heftig. (wie mam auf den Bildern sieht ;)) Tja und da standen wir nun mitten auf der Klippe unterm Leuchtturm und vor uns trafen sich die Tasmanische See und der Südpazifik. So ungefähr muss wohl auch das Gefühl am Nordkap sein.
Auf dem Rückweg von Neuseelands nördlichsten Punkt kamen wir noch an riesigen Wanderdünen vorbei, welche wir natürlich noch erklommen haben. An der westlichen Seite dieses Nordzipfels erstreckt sich der 90 mile beach, welcher allerdings korrekterweise nur 90 Kilometer lang ist. Man ist das ne Brandung hier! Man kann diesen Strand sogar mit dem Allrad Auto abfahren. Allerdings kann das auch mal in die Hose gehen, denn die Flut kommt manchmal schneller als gedacht und dann sitzt man ziemlich in der Patsche. Alles schon passiert…
Richtung Auckland kamen wir noch am „Waipoua Forest“ vorbei und verbrachten dort eine Nacht. Meine Güte, was dort in der Nacht so alles für Laute rauskommen, da kann einem schon etwas anders werden ;)Das besondere an diesem Wald sind die riesigen Kauri Bäume, welche bis zu 60 m hoch, 5 m im Durchmesser und zum Teil 1.200 Jahre alt sind. Ein morgendlicher Waldspaziergang vorbei an diesen Riesen, hat uns mal wieder gezeigt, wie klein wir doch eigentlich sind.
Als letztes schauten wir uns noch eine Tölpel Kolonie in der Nähe von Auckland an. Diesen Tipp bekamen wir von einem älteren neuseeländischen Pärchen welches wir am „Cap Reinga“ trafen.
So und nun sind wir also in Auckland und haben unser rollendes Zuhause der letzten Wochen wieder abgeben müssen. Einerseits sind wir froh mal wieder in einem richtigen Bett schlafen zu können doch unser Camperdasein war auch sehr schön… Hier in Auckland wohnen wir in einer alten viktorianischen Villa, welche zu einem gemütlichen Hostel umgebaut wurde und genießen unsere letzten Tage in Neuseeland.
Unser nächster Stopp sind dann für etwa eine Woche die Fiji Inseln, bevor es weiter geht Richtung USA, der letzten Station unserer Reise.
Wahnsinn wie die Zeit vergangen ist! Nicht mehr lange und wir sind schon wieder zu Hause. Der graue Alltag kann uns ruhig gestohlen bleiben, aber auf Familie, Freunde und unsere Heimat freuen wir uns schon sehr 🙂


















