2.6. – 10.6.2019 Schweden – Malmö bis Kalmar

Nach über einer Woche in Schweden ist es nun mal wieder Zeit für ein Update. Malmö haben wir ziemlich schnell hinter uns gelassen und nur genutzt um zu tanken, Wäsche zu waschen, Lebensmittel einzukaufen und mal wieder klar Schiff im Camper zu machen.

Wir haben uns spontan dazu entschieden mehr oder weniger der Ostküste entlang zu folgen und irgendwann mal in Stockholm anzukommen. So zumindest unser Plan für die erste Zeit in Schweden. Das Motto dieser Reise ist mehr denn je „der Weg ist das Ziel“ und somit sind wir eher gemütlich unterwegs.

Von der Idee „höher, schneller, weiter“ haben wir uns mittlerweile verabschiedet auch aus Rücksicht auf Felix, denn der kleine Mann will ja nicht nur im Auto sitzen sondern spielen und auf Entdeckungsreisen gehen.

Unser erstes Ziel war die Stadt Ystad, das Zuhause der Romanfigur Kommissar Wallander. Ein nettes kleines Städtchen mit alten Fachwerkhäusern an der Südspitze von Schweden. Hier haben wir uns auf unsere Drahtesel geschwungen und die Stadt damit erkundet. Etwas außerhalb von Ystad befindet sich Ales Stenar, eine der größten erhaltenen Schiffssetzungen Skandinaviens auf einer Klippe über der Ostsee. Solch eine bootumrißförmige Steinsetzung markiert oft Brand- oder Urnengräber und kann entweder auf die Wikingerzeit oder sogar auf die Zeit vor Chr. Geburt datiert werden. Die Bedeutung dieser Steine konnte jedoch noch nicht 100% geklärt werden. Es gibt Theorien, dass es eine Kultstätte gewesen sein könnte, ein keltischer Sonnenkalender oder ein Orientierungspunkt an Land für die Seefahrer. Beeindruckend und geheimnisvoll ist es auf jeden Fall. Wir waren noch einmal in der Abenddämmerung dort, da wurde „das Schiff“ dann von den grasenden Kühen bevölkert. 😂

Weiter ging es am nächsten Tag in die kleine Stadt Kivik zum sogenannten Königsgrab. Das Grab befindet sich auf dem Gelände eines gemütlichen kleinen Kaffees, wo man herrlich im Garten unter Kastanien sitzen und schwedische Leckereien genießen kann. Vor der Stärkung besichtigten wir aber noch das Grab. Es war ein riesiger Steinhügel mit 72 m Durchmesser, in dessen Mitte eine Kammer angelegt war, worin die Steinplatten mit Zeichnungen als Grabstätte dienten. Keiner weiß aber so genau wie das Grab wirklich ausgesehen hat und ob wirklich ein König dort begraben lag, denn leider wurde das Grab vor langer Zeit geplündert und nur von seiner Größe her ging man davon aus, dass hier jemand ganz besonderes begraben wurde. Nach soviel Geschichtsunterricht gab es erst mal leckeren schwedischen Schokokuchen mit dem schönen Namen Kladdkaka, Waffeln mit Himbeeren 😋 und Kaffee soviel man möchte. 😅 Das ist hier in Schweden überall anzutreffen, dass man sich Kaffee nachschenken kann soviel man möchte.

Da das Wetter sehr schön war wollten wir am nächsten Tag an den Strand, doch leider lagen überall Unmengen von stinkenden schwarzen Algen. Wir fanden zwar ein Plätzchen zum buddeln, doch zum Baden war uns das Wasser dann doch auch noch zu kalt.

Bevor es weiter die Küste entlang gehen sollte, machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Landesinnere Richtung Ryd zum Autofriedhof in Kyrkö Mosse. Wir hatten erst überlegt, ob sich das wirklich lohnt… aber der Ausflug war jeden Kilometer wert ☺️

Die Stimmung hier nahm uns gleich in Beschlag, denn die Stille der Natur steht in einem scharfen Kontrast zu den Spuren, die der Mensch hinterlassen hat. Hier liegen ca. 100 Autowracks im Wald verstreut… Langsam aber sicher übernehmen Büsche und Bäume wieder die Herrschaft und es wird nicht mehr lange dauern bis die Vegetation die alten Schrottlauben gänzlich unter sich begraben hat.

Ein Typ namens Åke Danielsson widmete sich anfänglich lediglich der Torfgewinnung in dem hier vorhandenen Moor und entdeckte dann seine neue Leidenschaft, nämlich das Ausschlachten von Autos. Die Teile benötigte er unter anderem, um sich eigene Maschinen zusammenzubauen, welche ihm wiederum die Torfgewinnung erleichterten. Die Wracks ließ er daraufhin einfach im Wald stehen.

Die Gemeinde wollte nach seinem Tod das Land erst räumen und den Boden sanieren lassen, bemerkte aber schnell den kulturhistorischen Wert und stellte das Stück Land bis 2050 unter Schutz. Man hofft scheinbar, dass die Autos bis dahin auf natürlichem Weg zerfallen sind.

Seitdem wir uns näher mit unserem Kartenmaterial und Reiseführer beschäftigt hatten, war Felix von der Idee das Marinemuseum in Karlskrona zu besuchen nicht mehr abzubringen. Er wollte unbedingt in der Unterwassertunnel und das Wrack entdecken. Also nix wie hin und das Ganze stand unter dem Motto „so viel Spaß für gar kein Geld“, denn der Eintritt war kostenfrei. Keine Ahnung wie das geht aber es ist so. Also haben wir einen ganzen Samstagnachmittag und weil es so schön war gleich nochmal Pfingstsonntag darin verbracht. Man konnte in einem Tunnel in die Ostsee abtauchen und ein altes Schiffswrack bestaunen, ein riesiges Uboot betreten, Segel- und Kriegsschiffe unter die Lupe nehmen und auch sonst noch sehr viel entdecken. Felix war leider etwas enttäuscht vom Wrack, er dachte da wäre noch mehr zu erkennen. Nach so langer Zeit war von dem gesunkenen Schiff nicht mehr viel übrig und die Sicht in der Ostsee war leider auch nicht die beste…

Bevor wir die Insel Öland in Beschlag genommen haben, machten wir noch kurz vor der Ölandbrücke Halt im Städtchen Kalmar. Hier gibt es zum Beispiel den zauberhaften „Krusenstiernska Garden“, welcher zum verweilen einlädt und eine schöne Altstadt zum schlendern.

Nun sind wir schon seit ein paar Tagen auf der Insel Öland. Von unseren Abenteuern hier erzählen wir euch im nächsten Eintrag 😊

Schweden

2 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ihr Lieben sehr toll geschrieben das lesen eurer Berichte sind immer Aufregend man erfährt soviel neues und fiebert auf euren Abendteuer mit weiterhin viel Spaß und liebe Grüsse die Byhleguhrer

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